Spezielle Genrefans kennen diese Weltuntergangsgurken, die oftmals von SyFy oder Asylum produziert werden und irgendwann auf einem bestimmten Spartensender landen, um Trashfans zu erfreuen. Etwas unter diesem Niveau ist das Herzensprojekt des Briten Simon Cox angesiedelt, dessen Fertigstellung vom ersten Entwurf bis zur zweijährigen Postproduktion ganze siebzehn Jahre benötigte, einschließlich sechs Jahren Drehzeit.
Psychiater Tom und Lehrerin Mandy werden nach dem Verlust ihrer kleinen Tochter endlich wieder Eltern. Doch da landen Raumschiffe auf der Erde und entführen Tom und drei seiner Patienten…
Die Einführung der Hauptfiguren läuft noch einigermaßen seriös ab. Während Tom einige der Patienten in der Privatklinik begrüßt, welche von einer Schließung bedroht ist, unterrichtet Mandy ihre Klasse und berichtet von der Arche Noah. Als manche Menschen infolge einiger Lichter am Himmel kollektive Visionen einer nahenden Feuerapokalypse ereilt, kommt erstmals ein wenig Verwirrung auf, was sich im Folgenden noch verstärkt.
Tom und das Psychotrio landen auf einem fremden Planeten und werden regelmäßig von merkwürdigen Vorstellungen heimgesucht, was in einer Sequenz mit der Flucht vor Zombies in einem Kaufhauskomplex mündet. Das hat natürlich rein gar nichts mit den Außerirdischen zu tun, welche im Übrigen zu keiner Zeit zu sehen sind. Angst sollte man vor einer Entführung ohnehin nur bedingt haben, wenn ein kilometertiefer Sturz ins Wasser ohne Blessuren überstanden wird und das Telefonieren per Handy zur Erde ohne Störungen vonstatten geht. Mitteilungen an die Erdbevölkerung sind überdies problemlos per Projektion möglich.
Die Palette der Effekte erreicht unterschiedliche Qualitätsstufen. Wirklich überzeugend sieht ein Feuerball im Zentrum einer Metropole aus und auch die kleinen Raumschiffe sind hübsch gestaltet und bewegen sich weitgehend realistisch. Sobald hingegen mit Laserwaffen vor Greenscreen hantiert wird, sackt das Niveau rapide ab und auch das Größenverhältnis der teleportierten Menschen im kokonartigen Behältnis an den Raumschiffen stimmt meistens nicht, wodurch einige bizarre Momente zustande kommen.
Wer über sechs Jahre immer mal wieder für dasselbe Projekt vor die Kamera muss, liefert natürlich keine konstante Leistung ab. Entsprechend fallen die darstellerischen Qualitäten eher durchwachsen und teilweise hölzern aus, ein Totalausfall ist jedoch nicht auszumachen. Derweil ist der Score um heroische Klänge bemüht, was für den Showdown durchaus brauchbar erscheint, als sich die wahren Absichten der Extraterrestrischen offenbaren.
Unterm Strich sind natürlich ausschließlich Trashfans angesprochen, denn das Skript ist genauso fahrig und unausgegoren wie die Inszenierung, welche einerseits billig charmant rüberkommt, andererseits mit merkwürdigem Fokus hantiert.
Ein bisschen wie „Krieg der Welten“ auf Hobbyfilmerniveau.
Knapp
5 von 10