Review
von Leimbacher-Mario
Steine im Herzen
Ein kleiner Junge mit großen Plänen und Träumen befindet sich zusammen mit seiner Großmutter in einer surrealen, kargen, mondähnlichen Welt. Die Gravitation spielt verrückt, alles ist recht grau und gefährlich. Doch an seinen Träumen zu entkommen - womöglich mit einer Rakete - ändert das wenig. Doch was ist, wenn das Fluggerät und die Rettung nur für eine Person möglich sind? Lässt er seine Oma zurück?
„Wind“ ist ein weiterer SparkShorty von Pixar und der mit Abstand Beste dieser hoffentlich noch weiter fortgeführten Reihe. Worte braucht das Ganze mal wieder nicht, optisch ist das sensationell und auf dem neuesten Stand. Die riesigen Felsbrocken, der Gesichtsausdruck der alten Frau, die grölenden Zusammenstöße, das wohldosierte Tempo und die allgemein menschenfeindliche Umgebung. Alles packt und fasziniert einen sofort. Inklusive dem sensiblen Gänsehautscore und der Neugier, was das für ein Ort ist und wie man diesem entkommt. Und wer alles dabei sein wird. Doch - ihr ahnt es schon - die größte Stärke von „Wind“ ist seine Bedeutung, seine Kraft als Metapher der Erinnerung, des Loslassen, der familiären Bindungen und des Erfindergeists. Manche Wege muss man wohl oder übel allein gehen - doch irgendwie sind die Liebsten doch immer bei einem und haben ihren Teil dazu beigetragen, dass man soweit gekommen ist und vielleicht sogar Unmögliches erreichen konnte...
Fazit: Wow! Wow! Wow! „Wind“ hat mich in nur wenigen Minuten eiskalt erwischt und berührt zutiefst - erst recht wenn man ein inniges Verhältnis zur Oma hat/hatte, diese vielleicht nicht mehr da ist...