iHaveCNit: Faking Bullshit (2020)
10.09.2020
Ich glaube der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Alexander Schubert war sich zum Zeitpunkt der Entstehung des „Kops“-Remakes „Faking Bullshit“ nicht bewusst, dass die Arbeit der Polizei so in die Kritik geraten ist, umso mehr steht natürlich die Frage im Raum, ob eine Kömodie über die Arbeit der Polizei zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt passt – und ich denke, eine leichtfüßige Komödie passt auf jeden Fall in diese Zeit.
Wir befinden uns in einem kleinen Örtchen inmitten von Nordrhein-Westfalen. Die Polizistin Tina kommt in der dortigen Polizeiwache an und ist mit der Aufgabe betraut, die Arbeit der Wache unter die Lupe zu nehmen. Das Problem, das kleine Örtchen hat nahezu nichts zu tun für die Polizeiwache von Deniz, Rocky, Hagen, Netti und Rainer. So kommt die Polizeiwache auf die Idee Straftaten zu inszenieren, um die Statistik in die Höhe zu treiben, doch sie müssen vorsichtig sein, dass ihnen Tina nicht auf die Schliche kommt. Wie lange können Sie das Treiben verbergen ?
Mit „Faking Bullshit“ habe ich eine weitere Privatvorstellung als einziger Gast im Kinosaal verbracht. Normalerweise lebt eine Komödie auch von der guten Laune und der Stimmung im Kinosaal. Aber da ich selbst richtig Lust auf den Film und seine Idee hatte, hatte ich auf jeden Fall meinen Spaß. Das Treiben der Polizisten, die im Grunde ihren Job behalten wollen und denen dafür jedes Mittel recht ist, führt schon in richtig witzige und teilweise trottelige Situationen. Natürlich offenbart das auch, welche Dynamik in der Kleinstadt herrscht. Das Ensemble des Films leistet hier natürlich auch einen großartigen Job. Ganz witzig ist hier auch durchaus Bjarne Mädel in einer Nebenrolle. Ganz interessant ist, dass der Film seine Struktur dann von einigen kleinen Schauplätzen dann zu einer größeren Geschichte entwickelt. Auch wenn der Film es sich durchaus nicht nehmen kann, auf aktuell herrschende Themen wie Diskriminierung von Bevölkerungs- und Geschlechtergruppen einzugehen, finde ich die Einbettung dieser Thematiken ein wenig zu flach, oberflächlich und unentschlossen. Entweder wäre es besser gewesen, die Einbettung dieser Thematiken komplett aus dem Film zu entfernen oder mit ein wenig mehr Biss und Tiefgang zu integrieren. Aber ein Bild fand ich in seiner Symbolik und Botschaft schon sehr interessant und auch passend – wenn die von Sina Tkotsch gespielte Tina, die im Grunde mit der Prüfung für eine Schließung der Polizeiwache betraut ist an einem Graffiti mit der Aufschrift „Anarchie“ vorbeiläuft. Symbolischer kann man es nicht besser ausdrücken, welche Folgen durchaus die Schließung von Polizeieinrichtungen oder auch Einschneidungen in den finanziellen Mitteln der Polizei haben kann. Viel wichtiger als Schließung oder die Einschneidung finanzieller Mitteln sollte die Ausbildung, sorgfältige Personalauswahl und Souveränität bei der Ausübung der Aufgaben stehen. Und gerade diese leichtfüßige Komödie zeigt auch, dass hinter der Polizei auch Menschen stehen und die Arbeit der Polizei ein doch wichtiger Teil unserer Gemeinschaft und dieser Film auch in gewisser Art und Weise eine kleine Liebeserklärung an die Polizei ist.
„Faking Bullshit“ - My First Look – 7/10 Punkte.