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Die kleinsten, dicksten, stärksten, behaartesten und entstelltesten Individuen waren einst Bestandteil einer Freak Show, der Hauptattraktion von Jahrmärkten im 19. Jahrhundert. So etwas gibt es heutzutage auch noch, es nennt sich mittlerweile Reality-TV. Immerhin konnte Autor und Regisseur Josh Hasty für seinen Slasher einen Kleinwüchsigen auftreiben, der einigermaßen grimmig dreinschaut und ordentlich geschminkt wurde, die übrigen Statisten sehen eher erschreckend normal aus.

Irgendwann in den Achtzigern, im Nest Grove Hill: Jugendliche Freunde um Mike, dem Sohn des lokalen Sheriffs, ärgern alljährlich zu Halloween den Außenseiter Jakob, der sich in diesem Jahr erstmalig wehrt, woraufhin er von vier Leuten übel verprügelt wird. Lester, Chef der gastierenden Freak Show, lässt dies nicht auf sich sitzen und reanimiert den Prügelknaben, welcher mit tödlichen Rachegelüsten zurückkehrt…

Die Achtziger klopfen einmal mehr an, was mit der ersten Sekunde anhand der Musik und der Schriftart bei den Credits deutlich wird. Beides erinnert unweigerlich an John Carpenter, Einflüsse von Rob Zombie sind im Verlauf ebenfalls auszumachen. Zudem spielt das Treiben an Halloween, wobei die Ausstattung in Form zeitgenössischer Autos, Requisiten, Kleidung bis hin zu den speckigen Frisuren zu den kleinen Highlights zählt.

Mal abgesehen von fehlenden Sympathieträgern (nur eine Person wendet sich nach dem Vorfall an die Polizei, griff währenddessen jedoch nicht ein), ereignet sich lange Zeit herzlich wenig in dem Kaff, außer dass sich eine Kellnerin oben herum entblößt, was jedoch ohne irgendeinen Kontext stattfindet. Rund 40 Minuten vergehen, bis der Schlächter erstmalig zuschlägt, was nicht sonderlich blutig vonstatten geht. Weitere Ableben, die ab und an unpassende CGI-Blutspritzer enthalten, kommen kaum über eine herausgerissene Wirbelsäule hinaus, wobei dieses von einem bestimmten Blickwinkel aus gefilmt als durchschaubarer Effekt erscheint.

Die Maske des Killers ist letztlich auf der Habenseite zu verbuchen, doch der ist insgesamt zu wenig präsent, was auch für einige bekannte Gesichter wie Tony Todd oder P.J. Soles in Nebenrollen gilt, die eher gelangweilt und unterfordert ihrem Job nachgehen. Die übrigen Mimen performen teils unterdurchschnittlich und die dazugehörigen Dialoge zeugen nicht gerade von einer wortgewandten Inspirationsquelle. Zwar fördern ein nahezu menschenleerer Kinosaal mit Schwarzweißfilm und manche Impressionen an Halloween kurze atmosphärische Momente zutage, doch Spannung will sich bei alledem kaum einstellen.

Hinsichtlich des schmalen Budgets ist es schon bezeichnend, dass der kleinwüchsige Dr. Death eine Begrüßung vor Publikum abhält, obgleich selbiges erst gar nicht zu sehen ist.
Unspektakuläre Morde, ein vergleichsweise harmloses Blutvergießen und ein ideenloser Showdown untermauern, dass hier das schlichte Potenzial noch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft wurde. Ein paar stimmungsvolle Bilder allein retten ihn nicht.
4 von 10

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