Bekanntermaßen ist es ja recht werbewirksam, halbwegs populäre Namen aufs Cover zu drucken, die dann für nur wenige Szenen im Film auftauchen. Auf diese Weise hat es Eric Roberts geschafft, in mehr als 600 Filmen aufzukreuzen, Michael Madsen scheint einen ähnlichen Weg einzuschlagen. Die beiden waren wahrscheinlich die teuersten Punkte der Produktion, welche primär unter dem bruchstückhaften Drehbuch leidet.
Einst war Gabriel (Houston Rhines) ein erfolgreicher Dämonenjäger, was mit dem Tod seiner Frau endete. Nun wird er von seinen ehemaligen Kollegen ernut um Hilfe gebeten, denn im tiefsten Europa sind vier gefallene Engel aufgetaucht, die nicht weniger als die gesamte Menschheit bedrohen…
Wer warum gegen wen kämpft, ist erstmal völlig unklar. Als Gabriel in einer Kaschemme ein paar Figuren aufmischt, die sich als Dämonen herausstellen, erscheint auch schon Eric Roberts in seiner einzigen Szene, indem er eine Tinktur für frisch Verstorbene anpreist und gleich darauf wieder verschwindet. Die Dämonen verpuffen indes bereits bei Kontakt mit einer Bierflasche oder beim unsanften Wegschubsen, doch immerhin sind die Gesichter einigermaßen amüsant gemorpht. Apropos CGI: Die Hälfte seiner Screentime ist Madsen als ratgebendes Hologramm zu sehen, - irgendwie ein Bild des Jammers.
In Europa angekommen, vermögen immerhin einige Schauplätze wie ein altehrwürdiges Kino oder ein Burghof für einen Hauch von Atmosphäre zu sorgen. Im Großraum Skopje, Nordmazedonien gedreht, zählen ferner einige Landschaftsaufnahmen zu den wenigen Highlights der ansonsten durchweg billigen Wurschtelei, der scheinbar nur einige Seiten des Drehbuchs vorlagen, was die mangelnde Kontinuität und diffuse Szenenwechsel erklärt.
Gekämpft wird zwischendurch auch, doch die meisten Szenen wirken wie ein Handgemenge auf dem Schulhof, mit Choreographie hat das wenig zu tun und Blut fließt dabei auch nicht.
Richtig hanebüchen wird es allerdings beim Auffinden eines gefallenen Engels in Form einer Puppe. Das Teil wird Gabriel entgegen geworfen und der täuscht einen Kampf vor, indem er die Puppe ein wenig hin und her schüttelt. Um das zu steigern, wird jenem Geschöpf später noch eine Hannibal-Lecter-Gedächtnis-Maske übergestülpt. Da ist es umso erstaunlicher, dass sich der Stoff trotz solcher Anleihen komplett ernst nimmt, oder auf Overacting eines Waffenbastlers setzt, um irgendwie noch ein bisschen crazy zu wirken.
Die Effekte (graue Engelsflügel, entmaterialisierender Flammenstaub) fallen noch zweckdienlich aus, der Score ist hingegen völlig neben der Spur und tingelt ohne dramaturgische Note irgendwo im Bereich Fahrstuhl-Musik herum, während die Mimen durch die Bank grottenschlechte Leistungen abliefern, allen voran Rhines als Gabriel, der nicht über einen einzigen unbeteiligten Gesichtsausdruck hinauskommt.
Wenn letztlich die beiden jump scares per Sounduntermalung derart hervorgehoben werden, um auch den vorletzten Schwerhörigen eine spannende Szene zu vermitteln, kann die Sache in der Pfeife geraucht werden. Hölzerne Dialoge, überstrapazierte Rotfilter bei Visionen und ein fünf Meilen gegen den Wind erahnbarer Twist komplettieren den amateurhaften Reigen um Engel, Dämonen und apokalyptische Reiter, die nie auftauchen.
2,5 von 10