In einem Bergwerk bei Osaka schlüpfen aus Eiern zwei flugechsenartige Riesenmonster und sorgen in der Umgebung für (Luft-)Wirbel, Angst, Zerstörung und Tod, doch die Menschen sagen den beiden den Kampf an.
Nach den beiden schwarz/weißen Auftritten von Godzilla schuf die Produktionsfirma TOHO unter der Regie von Ishiro Honda, der bereits beim ersten "Godzilla" die Fäden zog, den ersten farbigen Japanmonsterfilm namens "Rodan" und entwarf mit diesem bzw. diesen, denn es sind hier zwei Rodans, mein persönliches Lieblingsjapanmonster (neben Godzilla natürlich).
Vorweg muss ich sagen, dass ich lediglich die deutsche Fassung kenne, die auf der amerikanischen Version basiert, für die gegenüber dem japanischen Werk einiges an Handlung gestrafft wurde (ca. 20 Minuten) und Teile aus der Sicht der Hauptfigur kommenmtiert und zusammengefasst wurden.
Der Film beginnt wie ein typischer Monstergruselfilm der 50er aus Amerika. In einem Bergwerk werden Arbeiter tot aufgefunden und niemand weiß, wodurch sie verstarben. Als man sich auf Expedition ins Bergwerk begibt, stellt man fest, dass hierfür übergroße Raupen verantwortlich sind. Danach geht ein Mann im Stollen Verschütt, kommt apatisch wieder zurück und kann sich erst später an das Gesehene erinnern. Er sah, wie unter Tage die Rodans schlüpften, diese die Riesenraupen vertilgten und erst danach beginnt der Japanmonsterfilm in der Tradition von Godzilla inklusive Modellstädteverwüstung. Hört sich verwirrend an, ist aus auch teilweise, wofür aber mit großer Wahrscheinlichkeit das westliche Zusammengeschneide und Gekürze gegenüber der ursprünglichen Version verantwortlich ist, macht aber trotzdem tierischen Spaß.
Das Ende fällt ungewöhnlich tragisch aus (und wer dies nicht wissen will, der sollte den Absatz hier überspringen), denn die Rodans werden nicht etwa durch Waffen vernichtet, sondern nehmen sich selbst das Leben, indem sie sich gemeinsam unter Wehklagen in Lava stürzen, was mich immer wieder sehr berührt.
Aber genug gespoilert. Die beiden Rodans sind eine gelungene Abwechslung zu Godzilla, denn sie können fliegen, mit ihren Flügelschlägen ungeheure Wirbel erzeugen, die Häuser einstürzen lassen und ordentlich pusten.
Die Umsetzung der Monster gefällt mir sehr gut. So haben wir zum einen die Riesenraupen, die von mindestens zwei unter einem Kostüm steckenden Personen gespielt werden und zum anderen die beiden Rodans, die wie Godzilla vom "Mann im Anzug" in Szene gesetzt wurden und mal an Fäden durch die Gegend gezogen werden oder in ganz luftiger Höhe, zum Beispiel beim Luftduell mit Flugzeugen, durch Modelle ersetzt wurden, aber um sowas zu mögen, muss man schon ein Faible für diese Darstellung haben. Das Gleiche gilt für die durch zusammengebastelte Landschaften rollenden Militärfahrzeuge und die Zerstörung von Spielzeughäusern.
Von der im Original von Akira Ifukube stammenden Musik hört man in unserer Version offensichtlich herzlich wenig und ich vermute, dass die Amis hier ihre eigenen Musiker etwas haben einspielen lassen. Das finde ich schade, aber auch diese Musik erfüllt ihren Zweck.
Insgesamt halte ich "Rodan" für eine gelungene Abwechslung zu Godzilla (die sich in späteren Werken ja auch des Öfteren treffen), bei der für Japanmonsterfreunde all das geboten wird, was sie sehen wollen und bei der nicht nur wegen der extrem kurzen Laufzeit der deutschen Fassung von gerade mal etwas über einer Stunde keine Langeweile aufkommt.