Review

Handlung:
Pescis, ein italienisches Dorf im Italien des 17. Jahrhunderts. Die junge Benedetta tritt als Novizin dem örtlichen Kloster bei. Während in ganz Italien die Pest viele Opfer fordert, scheint Benedetta eine besondere Gabe zu haben, die schon bald die Aufmerksamkeit der Leute auf sich zieht. Leider auch auf ihre aufkeimende lesbische Beziehung zur Novizin Bartolomea.

Meinung:
Paul Verhoeven galt ja immer als Provokateur. Auch mit seinem neusten und vielleicht letzten Werk Benedetta nimmt Verhoeven sich eines durchaus spannenden Themas an.
Die Äbtissin Benedetta wurde zwar kirchlich bestätigt, was bedeutet, dass ihre Visionen und Stigmata als echt angesehen wurden, allerdings wurde sie ebenfalls eingekerkert, aufgrund des sexuellen Verhältnisses zu Bartolomea.
Verhoeven inszeniert das alles als historisches Drama um eine lesbische Liebesbeziehung und Machtspiele innerhalb der Kirche an sich. Dass die Erotikszenen zwischen den beiden Nonnen, einige durchaus nicht harmlos inszenierte Szenen der Bestrafung und auch Benedettas Visionen um Jesus heute sicherlich kaum noch jemanden wirklich schockieren werden, tut dem Film keinen Abbruch.
Viel eher ist es positiv, dass Verhoeven das alles gekonnt und erstklassig ausstaffiert in Szene setzen kann, um die Kirche als Institution zu kritisieren und die Natürlichkeit der Sexualität hervorzuheben, ohne Gefahr zu laufen, dass Kritiker von einem reinen Schock-Stück reden können.
Sollte dies Verhoevens letzter Film sein, wäre es ein würdiger Abschluß für die Karriere eines durchaus besonderen, oft unterschätzten Filmemachers.

Kurzum:
Klasse inszeniertes, stark gespieltes und kritisches Historien-Drama. Sehr schön.

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