Host von Rob Savage ist ein typisches Produkt seiner Zeit: Entstanden während der Corona-Pandemie nutzt der Film konsequent und ausschließlich die Mittel des Internets. Die gesamte Handlung spielt innerhalb einer Zoom-Konferenz, in der eine Gruppe von Freunden aus Neugier eine Online-Séance abhält. Dieser klare formale Rahmen ist zugleich größte Einschränkung und größte Stärke des Films.
Die Grundidee der Séance ist keineswegs neu, und Host erfindet das Horrorgenre sicher nicht neu. Dennoch gelingt es dem Film, durch seine Inszenierung zu überzeugen. Das Zoom-Setting wird kreativ genutzt und sorgt für eine ungewohnt intime Atmosphäre, die den Horror näher an den Zuschauer heranrückt. Gerade weil alles so vertraut wirkt – Webcam, Chatfenster, Verbindungsabbrüche – fühlt sich das Geschehen überraschend realistisch an.
Die Darsteller agieren durchweg glaubhaft und angenehm zurückhaltend, ohne ins Überzeichnete abzurutschen. Dadurch wirkt die Dynamik innerhalb der Gruppe authentisch, fast dokumentarisch. Die Jump Scares sind sparsam, aber effektiv eingesetzt und profitieren stark vom eingeschränkten Blickfeld der Webcams. Auch technisch überzeugt Host: Der Film bleibt konsequent in seiner Realität, verzichtet auf unnötige Effekte und auch vollständig auf musikalische Untermalung, was die Spannung sogar noch verstärkt.
Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Laufzeit von knapp einer Stunde. Sie passt perfekt zum Konzept und fühlt sich an wie eine echte, eskalierende Zoom-Konferenz, ohne Längen oder Ermüdungserscheinungen.
Insgesamt ist Host ein clever inszenierter, moderner Horrorfilm, der aus einfachen Mitteln das Maximum herausholt. Trotz der wenig originellen Grundidee überzeugt er durch Atmosphäre, Timing und formale Konsequenz