Review

Beer Pong & Augenrollen


„Initiation“ aka „Slayed“ spielt am Campus, in Verbindungen, auf Feiern. Nur fliessen in dieser krankmachenden Uni und Umgebung nicht nur Alkohol und transparente Körperflüssigkeiten, sondern auch rote…

Von WhatsApp-Nachrichten bis MeToo-Themen, von Parties bis zu Panties, von Bohrern bis zu Bierpong. „Slayed“ hat Grundkompetenzen und eine (prätentiöse) Schwere und Wichtigkeit in seinen Aussagen. Auch wenn das fette Ausrufezeichen am Schluss sicher in der Form keiner gebraucht hätte. Doch im Endeffekt verliert er sich in blasser Polizeiarbeit, austauschbaren Klischeeköpfen und seiner erstaunlich plumpen Attitüde. Clever, subtil, Vorurteile und Erwartungen unterlaufend - ist hier leider nahezu nichts. Viel Wut im Bauch, wenig Grips in der Birne. Egal wie sehr er meint das zu tun, zu sein oder etwas Wichtiges zu sagen zu haben. Letzteres hat er ja auch. Allerdings ausschließlich nur als Feststellung, nie als Kommentar, Verdrehung oder gar Lösungsansatz. Was man von einem billigen Schlitzer auch nicht immer erwarten muss. Dennoch liefert „Slayed“ sowohl in seinem Subgenre als auch darüber hinaus viel zu wenig, öfter Kopfschütteln als Kopfnicken. Von deutlich zu zahmen Kills und etlichen Leerlaufminuten ganz zu schweigen. Lieber nochmal „Pledge“ gucken. Oder „Sorority House Massacre“. Oder „The Initiation“. Oder „Kristy“. Oder oder oder. 

Fazit: „Project X“ meets „Nerve“ meets „Scream“ in lahm und für die aktuelle Generation plus deren stetig aufkochenden Themen. Ein stark beginnender und dann leider genauso stark nachlassender Slasher für und zugleich gegen Zoomer, Influencer und oberflächliche Partypeople. Und die Gesellschaft die sie unterstützt und vertuscht. Der etwas bessere „Black Christmas“ (2019). Nur leider heißt das wenig. 

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