Einer alten Sage zufolge steht das titelgebende Hobbes House, ein größeres Herrenhaus mit Garten unweit von Bristol in Südengland, auf verfluchtem Grund und Boden. Dort hatte nämlich vor langer Zeit ein mächtiger Zauberer gewohnt, dessen Haus allerdings enteignet und niedergerissen wurde, weswegen er sämtliche Personen, die dort jemals wieder wohnen würden, mit einem Fluch belegte. Im konkreten Fall steigen bei einem Verkauf des Hauses sogenannte Wächter aus ihren Gräbern hervor, die Jagd auf alle Lebenden machen.
Dieser Fall ist gerade eingetreten: die bisherige Besitzerin, eine ältere Dame, die dort mit einem Hausmeister lebte, soll wegen dubioser Forderungen der Bank das Grundstück veräußern - doch stattdessen begeht sie Selbstmord. Als Erben sind nun zwei Stiefschwestern, Jane und Jennifer, vorgesehen, außerdem soll der Hausmeister, ein syrischer Asylwerber, auch einen Teil bekommen, berichtet Mrs. Saul, die zuständige Notarin. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die beiden Stiefschwestern können sich nicht ausstehen, und Jane läuft nach einer lautstarken Szene aus dem Haus. Jennifers Lebensgefährte Nigel, ein schmieriger Mitgiftjäger, hegt einen Argwohn gegen den Hausmeister, der erst seit einem Jahr bei der Tante angestellt ist und dem er dessen Anteil neidet.
Doch bevor sich die streitenden Parteien beruhigt haben und das Testament verlesen werden kann, stürzt die Notarin unglücklich in ein sie aufspießendes Hirschgeweih. Der Versuch, die Schwerverletzte mit Janes klapprigem altem Ford in ein Krankenhaus zu bringen, mißlingt, stattdessen muss das Kleeblatt die inzwischen verstorbene Notarin im Auto zurücklassen und zu Fuß wieder ins Haus zurück, denn mittlerweile sind die zombieartigen Wächter aus ihren Gräbern auferstanden...
Von der Thematik her (Zombies) bietet die britische Produktion The Curse of Hobbes House wahrlich nichts Neues, und allzuviel Gruselfeeling vermögen die mit leuchtend blauen Augen auftretenden Untoten auch nicht zu vermitteln, vielmehr ist der Indiestreifen der deutschen Regisseurin Juliane Block ein Sammelsurium diverser Versatzstücke, die man schon tausendmal in anderen Filmen dieses Genres gesehen hat - und zwar deutlich besser umgesetzt. Dabei sind es weniger die spärlichen und billigen CGI-Effekte, sondern vielmehr die langweilig-dröge Story, die bei sehr gedrosseltem Tempo einfach nicht überzeugen kann.
Worauf es dem deutschen Drehbuchduo Block/Arand bei diesem Streifen ankam, wird leider zu keiner Zeit klar, denn mehr als ein bißchen Davongerenne vor den Zombies, die bald ins Haus kommen, gibt es da nicht. Die anfängliche Einführung mit gezeichneten Bildern und gesprochenem Text zu der alten Sage weisen schon auf ein sehr geringes Budget hin, die wenigen blutigen Szenen sind mit Umschnitten und Teilansichten eher auf Amateurniveau und zu allem Überfluß stossen die leuchtend blauäugigen Zombies fledermausartig spitze Schreie aus und verleiten dank dieses nervtötenden Geräusches eher zum Abschalten. Ein bißchen political correctness kommt auch noch hinzu, wenn der untadelige Syrer zu Unrecht verdächtigt wird, etwas mit dem Tod der Tante zu tun zu haben, wobei Jennifers Freund Nigel hier das stereotyp xenophobe Arschloch gibt, dem man schnell ein vorzeitiges Ableben wünscht. Immerhin, denn die wenigen anderen Figuren geben nichts her, was eine emotionale Reaktion rechtfertigen würde. Oder solls am Ende ein Frauenfilm sein, da die ungleichen Schwestern in der Not wieder zueinander finden? gähn...
Sicher, es gibt (noch) schwächere Produktionen als diese, zumal hier - von den miserablen Zombies einmal abgesehen - immerhin keine kameratechnischen oder logischen Fehler auftauchen, dennoch muß man die Schlaftablette The Curse of Hobbes House, für die Netflix nicht einmal eine deutsche Synchro anbietet, keineswegs gesehen haben. 3 Punkte.