Vergleiche mit populären Vorbildern werden gerne herangezogen, um ein weniger aufwändig inszeniertes Werk interessanter erscheinen zu lassen. Eine im Mittelalter angesiedelte Handlung mit einem Ermittlerduo, welches in einem Dunstkreis von Mönchen mit einem Verbrechen beschäftigt ist, erinnert natürlich unweigerlich an „Der Name der Rose“.
Inquisitor Mateho (Jake Stormoen) und sein Gefährte Johnny (Kristian Nairn) werden zur Hedgerow Abtei gerufen, um die mysteriösen Todesumstände eines Mönchs zu klären. Die Mönche unter der Leitung von Abt Scipio (Michael Flynn) halten die eingekerkerte Isabel (Baylee Self) für die dämonische Drahtzieherin und wollen die vermeintliche Hexe, auch unter dem Druck der Dörfler brennen sehen. Noch glaubt Mateho fest an die Unschuld von Isabel, doch dann ereignen sich weitere Morde…
Wenn im Abspann einzelne Namen mehrfach auftauchen, weil sie diverse Jobs bei der Produktion übernahmen, ist dies ein relativ eindeutiges Indiz für ein eher gering budgetiertes Werk. Dies sieht man dem Endresultat allerdings nicht allzu häufig an, obgleich die Mauern der Abtei begrenzt sind und sich die Außenaufnahmen auf ein Minimum beschränken.
Die Kostümierungen passen, die Ausstattung ist zweckdienlich und der Score sorgt für die entsprechend düstere Stimmung.
Die Geschichte um den ermittelnden Inquisitor, der anbei selbst von Dämonen der Vergangenheit verfolgt zu werden scheint, kommt derweil nicht so recht in Gang. Die Ermittlungen verlaufen teils recht schleppend, einzelne Untersuchungen wie die einer Leiche kommen erst nach unnötig komplizierten Verfahren zu einem eindeutigen Ergebnis und auch die Interaktionen mit der vermeintlichen Hexe nehmen viel Zeit in Anspruch und liefern lange keine brauchbaren Erkenntnisse. Erst nach dem dritten Ableben gestaltet sich die Angelegenheit abwechslungsreicher, zumal sich einige paranormale Begebenheiten beizumengen scheinen.
Dieser Aspekt ist hinsichtlich eines strikt rational herangehenden Mateho nicht uninteressant, da dieser für alles rasch eine logisch abzuleitende Begründung findet, während er im Verlauf zusehends zweifelt. Somit wird auch der Zuschauer einige Male im Unklaren gelassen, ob es sich um eine Mordserie mit irdischem Täter oder um dämonische Kräfte handelt, was final selbstverständlich aufgelöst wird und ein, zwei kleine Überraschungen einbindet.
Für einen Mittelalter-Krimi mit einigen Horror-Anleihen bleibt das Geschehen eher blutarm. Die wenigen Gewalteinlagen gehen mit einer FSK16 konform, auch die jump scares halten sich in Grenzen. Die überwiegend treffend besetzten Mimen erledigen einen soliden Job, allen voran Baylee Self als undurchsichtige Isabel und Michael Flynn als dubioser Vorsteher.
Mit etwas mehr Suspense und einer besseren Konzentration aufs Wesentliche würden die rund 112 Minuten Laufzeit wahrscheinlich nicht so lang erscheinen, wogegen auf atmosphärischer Ebene vieles stimmig ist und das Miträtseln etwa ab Mitte des Unterfangens einigermaßen in Beschlag nimmt. Etwas Geduld sollte man allerdings mitbringen.
Knapp
6 von 10