Während sich irgendwelche Politiker anläßlich einer bevorstehenden Wahl um eine Verschärfung des Waffenrechts streiten, hat Major Vic Davis (Ryan Phillippe) keine Zeit für solcherlei Dinge, muß er doch einen der noblen Anzugträger als Bodyguard sicher durch die Stadt kutschieren. Trotz unauffälligem Fahrzeug werden sie jedoch entdeckt und nach einem Rammstoß an einer Kreuzung entwickelt sich ein munteres Feuergefecht. Immerhin bewährt sich Vic, der zwar ein paar seiner Männer verliert, den Politiker jedoch unversehrt abliefern kann.
Während ex-Marine Vic also ein tougher Kämpfer ist, hat sich sein Sohn Shawn (Jack Griffo) eher in die gegenteilige Richtung entwickelt: der schüchterne junge Mann hält sich nämlich als letzter noch auf dem Campus seiner Uni auf, während fast alle Mitschüler bereits in die Ferien abgehauen sind. Grund ist die junge Erin (Lexi Simonsen), die auch nicht in die Gänge kommt und noch am Packen ist. Während Shawn ihr dabei helfen will, seine Zuneigung zu der Kommilitonin jedoch nicht über die Lippen bringt, brauen sich dunkle Wolken über dem fast leeren Campus zusammen: denn nicht nur Shawn ist spitz auf die Blondine, sondern auch eine Handvoll Söldner unter dem Kommando eines nur als "Fahrer" auftretenden Anzugträgers (Casper Van Dien), welche Erin, die die Tochter eines Richters ist, entführen wollen. Was sich zunächst nach einem leichten Job anhört, gerät zu einer mission impossible, als Vic dort seinen Filius abholen will und sofort riecht, daß da etwas faul ist...
Der Plot hört sich nicht sonderlich innovativ an und nach der fulminanten Einführung inklusive Shoot-out ist auch schnell klar, daß der solchermaßen gefeaturete Special-Forces-Mann Vic am Ende die Oberhand behalten wird - dennoch (oder vielleicht auch gerade deswegen) entwickelt sich der hart am Trash bewegende B-Actioner The 2nd - Im Fadenkreuz der Söldner zu einem munteren Home Invasion-Streifen, wenn der ex-Militär und sein plötzlich mannhafte Tugenden entdeckender Sohn sich Raum für Raum und Stockwerk für Stockwerk gegen eine bewaffnete Übermacht illustrer Killer verteidigen müssen.
Natürlich ist die anfänglich angerissene Debatte über das US-amerikanische 2nd amendment, also dem 2. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, in der - grob gesagt - das Tragen von Waffen uneingeschränkt erlaubt wird, nur ein billiger Aufmacher, auf den später nie wieder eingegangen wird - was allerdings auch kein Wunder ist in einem Film, in dem sowieso die ganze Zeit herumgeballert wird. Daß hinter der Entführung der Direktor(!) des FBI steckt, wird dagegen bis zum Schluß kolportiert - es tut allerdings ebenfalls nichts zur Sache, denn dessen schleierhafte Motive sind weder sinnvoll noch nachvollziehbar.
So konzentriert sich The 2nd - Im Fadenkreuz der Söldner dann auf die Shoot-outs mit eben jenen Invasoren (u.a. ein verkleideter Security, ein muskulöser Schwarzer, ein zynisch quatschender Russe und eine schwarz gekleidete Killerbraut), die das sich verteidigende Trio immerhin eine zeitlang beschäftigen und dabei jeweils mehrere Runden lang am Leben bleiben dürfen. Die Choreographie der Kämpfe ist freilich bemitleidenswert, wobei der Umstand, daß beispielsweise Vic dutzende Male mit seiner Pistole feuert, ohne jemals nachzuladen, noch zu den harmloseren Ungereimtheiten zählt. Grotesker ist da schon Sohn Shawn, dessen urplötzlich entflammter Heldenmut ihm eine Kugel in die Schulter einbringt, was ihn freilich nicht daran hindert, sich zu prügeln und einen bemüht gewagten Motorrad-Stunt hinzulegen.
Über all dem schwebt beobachtend der stets coole "Fahrer", der sich dann, welch Überraschung, ganz zum Schluß mit Vic matchen darf. Immerhin hält der allwissend und beherrscht auftretende Casper Van Dien (bis auf die Statur in Gestus und Habitus oft an Dolph Lundgren erinnernd) die geringe Spannung bis zum Schluß aufrecht - einem Schluß, der nach dem erwartbaren Happy-End in seiner letzten Szene noch so etwas wie einen (allerdings völlig mißlungenen) finalen Gag beinhaltet.
Egal, The 2nd fällt unter die Kategorie seichte Action-Unterhaltung, ist trotz aller Mängel aber nicht wirklich schlecht und kann bei herabgesetztem Erwartungshorizont (und dem einen oder anderen Bierchen) durchaus als Zeitvertreib ohne jegliche Nachwirkungen dienen. 4 Punkte.