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Regisseur D.C. Hamilton ist mit seinem zweiten Werk ein Wagnis eingegangen, indem er auf ein Kammerspiel auf vier Rädern setzt, was auch sprichwörtlich nach hinten losgehen könnte.
Doch der ungewöhnliche Genremix entpuppt sich als Mysterythriller, der eine etwas längere Episode von „Twilight Zone“ sein könnte.

Seit 16 Jahren fährt Harris (Gino Anthony Pesi) Taxi, doch so eine merkwürdige Nacht hat er noch nie erlebt. Als er nachts in einer menschenleeren Einöde unterwegs ist und Fahrgast Penny (Brinna Kelly) befördern soll, verschwindet diese während der Fahrt spurlos. Als Harris das Taxameter umstellt, beginnt die Szenerie von vorn: Er und Penny sind in einer Zeitschleife gefangen…

In diesem Fall grüßt das Murmeltier nächtlich, denn die Geschichte spielt, bis auf einige kurze Rückblenden ausschließlich nachts und liefert puren Minimalismus: Eine breite Wüstenstraße, ein älteres Taxi, Ausschnitte diverser Radioprogramme, Funkkontakt zum Chef und natürlich der Fahrgast, den man im Lauf der Fahrten unweigerlich näher kennen lernt.

Anfangs kann sich Harris nicht an die vorangegangene Fahrt erinnern, doch nach einem bestimmten Ereignis findet fortan ein reger Austausch statt, obgleich den beiden jeweils nur zwanzig Minuten bleiben. Was oberflächlich betrachtet nach Redundanz klingt, entfaltet sich als charmante Angelegenheit, die hin und wieder sogar ein wenig Humor zulässt. Bis es schließlich zum unumgänglichen Twist kommt, der das Phänomen der Zeitschleife erklärt, wonach noch einige Szenen folgen, die jene Auflösung etwas differenzieren.

Der in nur sechs Tagen abgedrehte Streifen lebt natürlich in erster Linie von seinen Darstellern. Gino Anthony Pesi hat etwas mehr Screentime und performt recht nuanciert, während Brinna Kelly, die auch das Drehbuch verfasste, nicht an diese Leistung heranreicht und zuweilen ein wenig eindimensional bleibt. Immerhin stimmt die Chemie zwischen den beiden.

Eine nächtliche Taxifahrt in der Wiederholungsschleife klingt erstmal wenig aufregend, doch diese entpuppt sich als verhältnismäßig abwechslungsreiches Kammerspiel mit einer überzeugenden Auflösung. Mit rund 82 Minuten eine angemessene Laufzeit und all jenen zu empfehlen, die zwischendurch eine ruhig erzählte Geschichte ohne größeren Aufwand zu schätzen wissen.
7 von 10

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