Review

Charlie Kaufmann hatte in den 2000ern einen echten Lauf. Filme wie BEING JOHN MALKOVICH, ADAPTATION und ETERNAL SUNSHINE wurden für ihre Weirdness und ihre Metaerzählungen gefeiert. Mit SYNECDOCHE, NEW YORK  überspannte Kaufmann das Konzept jedoch ins Kryptische, ein Publikums-Hit gelang nicht mehr, das Stop-Motion-Drama ANOMALISA war gerade mal noch ein Kritikerliebling. Der (ausgerechnet!) für Netflix gedrehte I‘M THINKING OF ENDING THINGS ist wohl einer der unzugänglichsten Filme Kaufmanns – was etwas heißen will. 

Rund 20 Minuten fahren wir mit Jessie Buckley und Jesse Plemmons („Jake“, der einzige Charakter mit einem Namen) durch den Schnee zur abgelegenen Farm seiner Eltern (Toni Collette und David Thewlis). Sie unterhalten sich über augenscheinliche Banalitäten, rezitieren Gedichte, sie denkt daran, Schluss zu machen. Der Besuch bei Jakes Eltern fällt gelinde gesagt surreal aus, Kleidung und Frisuren wechseln, das Alter der Figuren auch, die junge Frau erlebt so Vergangenheit und Zukunft ihres Freundes, Motive, die Kaufmann bereits in ETERNAL SUNSHINE verwendete. Die ebenfalls sehr lange Rückfahrt endet schließlich in Jakes alter Schule, in der er möglicherweise als Hausmeister enden wird, in jedem Fall aber noch eine Musicalnummer zum Besten gibt. 

Mit etwas gutem Willen und Kenntnis der anderen Werke Kaufmanns lassen sich ein paar der Motive und Szenen entschlüsseln oder zumindest ansatzweise interpretieren, doch im Gegensatz zu seinen anderen Filmen tendierenndie Schauwerte hier gegen Null. I‘M THINKING OF ENDING THINGS ist eine extrem dröge, schleppende Angelegenheit, deprimierend und lediglich wegen ein paar absurden Einfällen und den Schauspielern sehenswert.

Details
Ähnliche Filme