Review

Die Dokumentation von Rushmore DeNooyer befasst sich chronologisch mit dem Thema der Atombombe und deckt dabei deren Entwicklung, Einsatz sowie die daraus entstandenen Nachwirkungen ab. Dabei kommen diverse Zeitzeugen zu Wort sowie weitere Experten. Die Aufmachung ist somit recht bekannt, man arbeitet sich an den verschiedenen Stationen ab, es gibt historische Aufnahmen und Interviews im Wechsel. Unterlegt mit Musik und aufgrund der Montage wirkt das manchmal plakativ, trotzdem ist das Ganze recht informativ, wenn es auch auf wissenschaftlicher Ebene nie allzu sehr in die Tiefe geht.
Faszinierend sind einige restaurierte Foto- und Filmaufnahmen, die die Tests bebildern. Hier wird einem die Wucht dieser Waffen eindrucksvoll vorgeführt.

Der Fokus liegt weniger auf den technischen denn auf den politischen und geschichtlichen Hintergründen sowie der Bedeutung dieser Erfindung, die erst für Jubel ob der Errungenschaft an sich, später auch zu durchaus kritischen Betrachtungsweisen führte. Es ist mitunter erschreckend, wie nah Zielstrebigkeit und Unbedarftheit hier beieinanderliegen. Dabei ist zu erwähnen, dass die Doku auch nicht wenig Zeit auf alles nach 1945 verwendet, denn die Folgen von alledem sind ja bis heute noch spürbar. Das beinhaltet neben dem Wettrüsten auch die H-Bombe sowie die „Rote Angst“, die Jagd auf alles, was in die Richtung kommunistischer Ansichten ging. Auch hier bleibt es aber eher bei einem Überblick, mit 96 Minuten ist die Laufzeit auch nicht so ausufernd bemessen.

Überwiegend aus der Sicht der USA schildert DeNooyer so eine Zusammenfassung zu der Thematik, schaut dabei aber auch immer wieder mal über den Tellerrand. Für Interessierte durchaus lohnenswert. Für Zuschauer, die schon in der Thematik drinstecken, ergibt sich allerdings nicht allzu viel Neues. Unterm Strich eine informative Geschichtsstunde, wenn in ihrer Machart auch etwas plakativ.

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