„Bloodsport“ war seinerzeit nicht nur Jean-Claude van Dammes Durchbruch, sondern auch ein überaus großer Videothekenhit. Umso unverständlicher warum es 8 Jahre gedauert hat, bis sich im B-Bereich endlich an eine Fortsetzung gewagt wurde. Außer das Kumite, hat „Bloodsport 2“ nichts mehr mit dem Original gemeinsam.
Daniel Bernhardt (u.a. „Bloodsport 3 und 4“, „True Vengeance“) tritt hier als Dieb Alex Cardo das Erbe von Van Damme an und sieht sich, als er nach einem misslungenen Coup in den Knast gesperrt wird, nicht nur mit unfreundlichen Mithäftlingen, sondern auch mit einem zu unrecht inhaftierten Lehrmeister konfrontiert, der ihm die „Eiserne Hand“ leert. In dieser Vorgeschichte, die fast die Hälfte des Films ausmacht, hat der Film mit viel Leerlauf zu kämpfen und zieht sich während Alex Training enorm hin. Nicht das Inszenierung und Posing schlecht wären, es mangelt einfach an Abwechslung. Die kommt erst, als er freigekauft wird und, während er seinem Lehrer verspricht das Kumite zu gewinnen, das anfangs gestohlene Schwert, nachdem er im Knast Läuterung erfahren hat, von seinem ehemaligen Komplizen zurückkaufen will.
„Bloodsport 2“ ist eine typische Fortsetzung, die direkt für das Videothekenregal bestimmt ist. Ohne Innovationen wird der Plot des ersten Teils noch einmal heruntergespult, wobei vor allem die Inszenierung enttäuscht. Bernhardt schlägt sich als Van Damme – Ersatz dabei recht wacker. Viel zu wenig exotische Kampfstile sind zu sehen, die Kämpfer sind größtenteils von einsilbigem Kaliber und besonders das Kumite selbst strahlt nicht mehr diese geheimnisvolle, mystische Aura aus. Das Turnier wirkt hier wie ein x-beliebiges.
Der parallel zu den Kämpfen verlaufende Plot um die Wiederbeschaffung des Schwertes (inklusive Mini-Lovestory) ist etwas ungelenk und grob mit den Kämpfen verbunden, da die Umschnitte zwischen den beiden Storylines immer recht hart ausfallen. Die Kämpfe selbst sind wieder mit einem ordentlichen Härtegrad gesegnet, hübsch abwechslungsreich choreographiert und von Fightern durchgeführt, die von der Materie entsprechend Ahnung haben – nur an Charisma fehlt es allen. Während besonders die zweite Hälfte mit viel Action aufwarten kann, enttäuscht das arg unspektakuläre Finale doch sehr.
Fazit:
„Bloodsport 2“ ist durchschnittliches B-Movie-Vergnügen mit Startschwierigkeiten. Während die Vorgeschichte etwas einfallslos heruntergekurbelt wurde, kann die zweite Hälfte mit einer Vielzahl an Kämpfen aufwarten. Neben der kaum existenten Musikbegleitung wird der Zuschauer vor allem von der Atmosphäre enttäuscht – vom mystischen Kumite ist nicht mehr viel zu spüren. So bleibt ein relativ kurzweiliges B-Movie, das Genrefans sich ruhig einmal zu Gemüte führen können. Sicher kein Totalausfall, aber vom Original ist man dann doch ein ganzes Stück entfernt. Auch wenn hier bekannte Namen wie James Hong und Pat Morita in Nebenrollen mitmischen.