Ach ja: Nachdem „The Matrix“ durch seine bis dahin nicht gesehene Optik und Spezialeffekte (besonders hervorzuheben: die Erfindung der „Bullet-Time“) 1999 das Action-Genre revolutionierte, mussten die Wachowski-Brüder ihren zweifellos bahnbrechenden Film zu einer Trilogie aufblasen. Ähnlich wie dem Mittelteil der „Herr der Ringe“-Trilogie („Die zwei Türme“) gelingt es auch dem zweiten Teil von „Matrix“, „Matrix Reloaded“, durch einen fehlenden Anfang und ein fehlendes Ende nicht zu überzeugen.
Die Story ist ja mittlerweile hinlänglich bekannt: der Auserwählte, Neo, hat sich in Trinity verliebt und versucht durch seine Fähigkeiten (z.B. seiner „Superman“-Nummer) die letzte Bastion der Menschen, Zion, vor dem drohenden Vernichtungsangriff der Maschinen zu bewahren. Agent Smith ist auch wieder dabei und hat sich enorm „vermehrt“…
So weit, so gut. Leider werden die (pseudo?-)philosophischen Hintergründe des ersten Teils hier weitergeführt und vertieft, weswegen man entweder dem existenzialistischem Bombast erliegt oder selbigen (ebenso wie die gesamte überzeichnete Story und die zu ernsten Darsteller) unfreiwillig komisch findet. Sieht man einmal von dem symbolträchtigen Personen („der Schlüsselmacher“) und dem anspielungsreichen Geschwafel ab, bietet sich wiederum ein tricktechnisch perfektes Stück Actionkino, dessen logische Zusammenhänge man besser nicht hinterfragen sollte. Keanu Reeves („The Watcher“) spielt wieder mehr oder weniger überzeugend den etwas debil anmutenden Weltenretter Neo, Carrie-Anne Moss („Memento“) ist wieder seine wehrhafte Geliebte Trinity und Laurence Fishburne („Apocalypse Now“) gibt wieder glaubwürdig den Ober-Klugscheißer Morpheus. Neu dabei ist Jada Pinkett-Smith als dessen Ex-Flamme Niobe. Schade, dass fast das gesamte Ensemble lustlos durch den mit Pseudo-Tiefgang versehenen Film stapft.
Die Verwässerung lässt sich auch an der Musikuntermalung erkennen: überzeugte der Erstling mit harten Rhythmen, erinnert „Matrix Reloaded“ mit seinen Synthesizer-Klängen eher an ein an Schauwerten reiches (z.B. die mittlerweile beinah legendäre Highway-Verfolgungsjagd) Action-Videospiel.
Fazit: Ein tricktechnisch perfektes Stück Actionkino das wieder Maßstäbe setzt(e). Der logikfreien Action wird hier philosophisches Gequake entgegengesetzt, dass man entweder geistig verdauen kann und tiefgründig oder schlicht (ebenso wie die veritablen Schauspielerleistungen) unfreiwillig komisch finden kann. In jedem Fall ein sehr kurzweiliges und unterhaltsames, wenn auch überflüssiges Sequel.