Die Erwartungen waren hoch, die Kritiken durchwachsen und ich äußerst gespannt, was die Wachowski Brüder aus dem Matrix-Stoff gemacht hatten. Das Ergebnis ist....leider enttäuschend.
Aber fangen wir mal von vorne an: Die Story setzt nicht dort an, wo der erste Teil aufgehört hat, sondern ein paar Monate/Jahre (?) später. Die Maschinen haben sich zum letzten Großangriff auf die letzte Menschenstadt Zion gesammelt und die Menschen versuchen sie einmal innerhalb und einmal außerhalb der Matrix aufzuhalten. Klingt nicht besonders aufregend, ist es auch nicht, da die Story viel zu kurz für so einen langen Film ist und einzig die Wendung am Ende bringt etwas Würze in die ganze Sache. Aber wenn eine schlechte Story reichen würde, um einen Film kaputtzumachen gäbe es wohl 90% aller Filme nicht J
Das Problem bei Matrix 2 liegt nämlich ganz wo anders, nämlich daran, dass die Wachowski Brothers wohl unbedingt auf Krampf ihr gesamtes Budget verpulvern und einen Überlängefilm schaffen wollten. So schwankt man dann beim Film auch immer zwischen dem Gefühl der Langweile und der totalen Überwältigung. Die erste Hälfte passiert erst mal sowieso überhaupt nichts. Die Hauptpersonen kommen nach Zion und halten dort ein nerviges und oberflächliches, dafür aber umso längeres pseudo-Philosophie Gespräch nach dem anderen. Dazwischen sieht man noch eine absolut unpassende, ewig lang erscheinend Technoparty mit Zwischenschnitten auf Neo und Trinity, die sich gerade lieben. Was soll das? Es bringt die Handlung absolut nicht weiter und auch sonst quält einem nach zwei Minuten getanze und gef**** schon die Müdigkeit. Danach kommen wieder unzählige Dialoge und Monologe ehe es dann mal wieder ein paar Kämpfe gibt. Diese haben dann allerdings auch wieder das Länge-Problem: Klar kommt man ins Kino, um zu sehen, wie Neo Agenten verhaut, aber wenn so ein Kampf 10 Minuten dauert schaut man schon mehr als einmal auf die Uhr. Das Timing war in Teil 1 einfach besser gelöst. Da die meisten Effekte auch aus diesem Teil stammen, versuchte man etwas frischen Wind hereinzubringen, indem Agent Smith sich jetzt unzählige Male duplizieren kann. War das am Anfange noch ganz lustig, so geht es einen doch schnell auf den Geist, da selbst 100 Agenten gegen Neo keine Chance haben und die Idee auf Dauer einfach überstrapaziert wird. Die Kämpfe an sich sind zwar schön anzusehen, doch sind die CGI-Effekte arg auffällig und auch hat man hier wieder das Gefühl, dass die Wachowskis einfach nicht wussten wohin mit ihrem Geld. Das zeigt sich auch daran, dass die Bullet-Time Kamera penetrant eingesetzt wird und auf Dauer nur noch langweilt. Nach dem ganzen drögen Rumgekloppe kommt dann aber doch ein richtiges Highlight, eine fast viertelstündige Autoverfolgungsjagd, die einen wirklich umhaut. Der Schnitt ist einfach perfekt und die wilden Kamerafahrten unter Autos hindurch einfach nur spektakulär. Doch das war’s dann schon an Innovation, danach geht alles seinen alten Gang.
Mir ist klar, dass es Matrix 2 in keinem Fall möglich war, seinen Vorgänger zu erreichen oder gar zu übertreffen, aber wenigstens in die Nähe hätte man sich bewegen können. Es wäre so einfach gewesen, man hätte nur ca. eine ¾ Stunde sinnloser Gespräche und überlanger Kämpfe herausschneiden müssen, und schon hätte man einen rasanten und jederzeit unterhaltenden überdurchschnittlichen Actionfilm gehabt.
So dehnt sich aber der Film teilweise wie Kaugummi und bekommt von mir nur
6/10