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In einer südkoreanischen Großstadt bricht unvermittelt eine hochansteckende Seuche aus, welche die befallenen Menschen innerhalb kürzester Zeit zu rasenden Zombies macht. Auf der Suche nach (menschlicher) Nahrung fallen diese in Rudeln über Unbeteiligte her, und so ist es kein Wunder, daß es in den Wohnsilos, in denen die Geschichte spielt, bald keine normalen Bewohner mehr gibt - mit Ausnahme von Oh Joon-woo (Yoo Ah-in), einem jungen Burschen, dem es - von den Geschehnissen wie allen anderen völlig überrascht - gerade noch gelingt, sich in seinem Apartment zu verbarrikadieren. Nachdem er einen hilfesuchenden Nachbarn, der allerdings schon gebissen wurde und sich gerade in ein Monster verwandelt, im letzten Moment noch zur Tür hinausbringt, wird ihm - während er die Sondermeldungen zum Virus im Fernsehen verfolgt - schnell klar, daß er die nächsten Tage (und vielleicht Wochen) nicht mehr vor die Tür kann. Mittels Musik und Nachrichten über seinen titelgebenden Hashtag #amLeben verteibt er sich die Zeit, bis die Vorräte langsam knapp werden. Da entdeckt er eines Tages auf etwa gleicher Höhe im benachbarten Wohnblock eine Person, die ihm mit einem Laserpointer Zeichen zu geben scheint - hat dort drüben etwa doch noch jemand anderes so wie er überlebt?

Das Thema Zombies wurde ja nun schon zur Genüge filmtechnisch abgehandelt, dennoch weiß dieser südkoreanische Beitrag mit seinem Fokus auf die spezielle Situation des sich Versteckenden den Zuschauer zu interessieren, stellt er doch weniger auf die blutrünstigen Untoten ab als vielmehr auf die sich langsam einstellende Hoffnungslosigkeit des jungen Hauptdarstellers, der angesichts der von außen ausbleibenden Hilfe auch einen Suizid in Erwägung zieht. Die Lebensgeister des blond gefärbten Stiftenkopfs erwachen jedoch schnell wieder, als er in zunächst unüberwindlichen etwa 25 Metern Luftlinie Entfernung im Wohnblock gegenüber eine Mitgefährtin ausmacht: Die junge Kim Yoo-bin (Park Shin-hye) ist, wie sich herausstellt, in derselben Lage wie er - in ihrer Wohnung gefangen, kann sie allein nichts ausrichten gegen die in den Gängen herumwuselnden Untoten, aber zu zweit ließe sich ja vielleicht doch etwas machen...

Die beiden Twens verfügen über unterschiedliche Skills und probieren diverse Dinge aus - nach einigen Versuchen gelingt ihnen sogar eine Art Seilbahn zwischen ihren Fenstern, mit der sie Lebensmittel etc. austauschen können. Dergleichen Unternehmungen bleiben von den Zombies allerdings nicht unbemerkt, erst recht nicht, als die beiden Überlebenden beschließen, zusammenzukommen...
Die Untoten übrigens - glaubwürdig blutverschmiert mit weit aufgerissenen Mündern und irrem Blick - halten sich bei dieser Survival-Story als stets dräuende Gefahr einigermaßen im Hintergrund, reagieren auf Geräusche und kennen dann kein Halten mehr, weswegen die beiden Verbarrikadierten nicht nur zur Vermeidung von Sichtkontakt die Vorhänge zuziehen und die Fenster verkleben, sondern grundsätzlich auch sehr leise vorgehen müssen. Dafür sind die Zombies nicht sonderlich intelligent, stolpern gern mal übereinander (und sind z.B. mit einem Fahrrad im Treppenhaus aufzuhalten) und stellen auch im Nahkampf (hier kommen Küchenbeil, Eispickel oder auch ein Golfschläger zur Anwendung) keine große Herausforderung dar.

Während im letzten Filmdrittel noch ein etwas schräger Drehbuch-Einfall zum Tragen kommt, endet #amLeben dann leider mit einem erwartbaren, ja fast schon fad zu bezeichnenden Finale, das der zuvor gezeigten Frische der beiden sympathischen Protagonisten nicht entsprechen will - hier sind der Regie offenbar die Ideen ausgegangen. Dennoch vermag der südkoreanische Zombie-Streifen durch sein realistisches Ambiente wie auch die zum Mitfiebern einladenden Darsteller über weite Strecken gut zu unterhalten: 7 Punkte.

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