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In einer Großstadt in Südkorea bricht eine Epidemie aus. Menschen mutieren zu blutrünstigen Wesen und attackieren andere, die Meldung macht schnell in den Medien die Runde. So erfährt auch Oh Joon-woo davon und sieht sich in seinem Apartment bald nicht nur den Angriffen der Infizierten, sondern auch einer schützenden Einsamkeit ausgesetzt.

Dass der Film in Südkorea während der Corona-Pandemie in die Kinos kam, ist auf gruselige Weise passend (gedreht wurde er vor dem Ausbruch). Denn auch wenn es hier augenscheinlich um Zombies geht, behandelt der von Cho Il-hyeong inszenierte Film eine ganze Weile lang das Thema der Isolation und der Suche nach Kontakt. Sei es aufgrund sozialer Interaktion oder um eine Rettung voranzutreiben. Dennoch bebildert „#Alive“ diverse Zwischenfälle mit den mordlüsternen Infizierten, wie man es aus den entsprechenden Genrebeiträgen kennt. Übermäßig explizit geht das nicht von statten, da der Fokus aber eh mehr auf dem Zwischenmenschlichen liegt, ist das nicht weiter tragisch.

Das Szenario bleibt über die Laufzeit hinweg recht beschränkt auf den Häuserkomplex. Alles in der Weite sieht sehr nach Greenscreen aus, vielleicht tue ich dem Streifen da aber auch Unrecht. Dennoch wirkt das Werk optisch durchgehend wie eine dtv-Produktion, visuell reißt „#Alive“ nicht viel. Was das Drama angeht bietet er einige interessante Punkte, auf die Laufzeit gesehen liefert er mit ein paar weiteren auftauchenden Figuren solide Plotpunkte, obwohl sich das Ende dann doch recht herbeigezaubert anfühlt.

„Want to make noodles?“

Das viel beackerte Zombiegenre erfindet „#Alive“ nicht neu, bietet mit seinem Fokus auf das Thema der Einsamkeit und seinem Erscheinen in die erste Corona-Welle einen gewissen Anknüpfungspunkt. Insgesamt ein solider Genrebeitrag, der aber weder dramaturgisch noch visuell groß heraussticht oder in Erinnerung bleibt. Lohnt mehr für die sozialen denn die Horror-Aspekte.

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