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Die ukrainisch-georgische Co-Produktion unter der Regie von Stanislav Kapralov ist ein weiterer Kaltwetterfilm, der sich etwas zu sehr auf den Überlebenskampf einer einzelnen Figur konzentriert. Die starken Kulissen und eine aufopferungsvoll performende Hauptdarstellerin stehen einem deutlichen Mangel an Konfrontationen gegenüber.

Mia (Ivanna Sakhno) und ihr Verlobter Max (Alex Hafner) sind extra aus den USA angereist, um in Georgien risikobehaftete Skigebiete zu erkunden. Beim Snowboarden verliert Mia ihren Partner jedoch aus den Augen, während eine Gestalt in dunkler Skimontur aufkreuzt…

Seinen Titel verdankt der Streifen (wahrscheinlich) dem bekannten Weihnachtslied in der Version von Vaughn Monroe (auch in „Stirb Langsam“ zu hören), welcher hier von einem Mädchen nachgesungen wird. Jenes wird während der Exposition ein Opfer halbblinder Pistenrowdys, die nach dem tödlichen Zusammenstoß auch noch Unfallflucht begehen. Die Motivation hinter dem Terror im Schnee steht also recht früh fest.

Während Mia mehr oder minder Sympathien einheimst, kommt ihr Verlobter etwas zu versnobt rüber, wogegen die Rezeptionistin in dem bewusst an „Shining“ erinnernden Hotel eine Gruselgestalt für sich abgibt. Der Antagonist in Skimontur, der überwiegend auf dem Snowmobil unterwegs ist, taucht zwischenzeitlich recht lange ab, so dass eine unmittelbare Bedrohung zu selten spürbar wird und Konfrontationen rar gesät sind. Etwaige Rückblicke zu glücklichen Partnerschaftsmomenten hätte man sich bei alledem sparen sollen, da hierdurch stets ein Stück der eisigen Atmosphäre flöten geht, welche im Kontext mit gelungenen Landschaftsaufnahmen und einem sparsam dosierten Score durchaus gegeben ist.

Der Mangel an Nervenkitzel offenbart sich primär im Mittelteil, als Mia oftmals eher ziellos durch den Schnee stapft (anstatt den Spuren eines Suchtrupps zu folgen) und außer ihr noch nicht einmal wilde Tiere vorbei schauen. Mithilfe des gelungenen Make-ups und dem durch und durch überzeugenden Spiel von Sakhno wird zwar ein gewisses Maß an Kälte spürbar, doch es scheint eher unwahrscheinlich, nach zig Kilometern nicht irgendwann auf Spuren von Zivilisation zu stoßen, zumal der Flug mit dem Heli zum Hang offenbar auch nicht allzu lang dauerte.

Zwischenzeitlich streift man zwar kurz die Gefilde eines Backwood-Slashers, als ein morbides Domizil betreten wird und gegen Finale kommt es zu einer recht makaberen Begegnung, doch in Sachen Dramaturgie lässt das Mitfiebern leider vorzeitig nach, zumal sich bestimmte Vorzeichen im Verlauf zu deutlich abzeichnen. Eine Szene nach dem bereits eingesetzten Abspann hätte man sich bezüglich Glaubwürdigkeit schenken sollen, vielleicht wollte man sich ein Hintertürchen für eine eventuelle Fortsetzung offen halten.

Mal abgesehen von einigen kurzen Wackelaufnahmen per Handkamera sind auf handwerklicher Ebene kaum Mängel auszumachen, doch in Sachen Suspense vermag die eisige Angelegenheit nur selten zu fruchten. Der Terror bleibt zu vage, der Überlebenskampf zu oberflächlich und obgleich darstellerisch ordentlich geliefert wird, hält sich das Mitfiebern eher in Grenzen. Nur etwas für knallharte Schneefetischisten.
5,5 von 10

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