Vorsicht: Spoiler!
Ich habe das Original nicht gesehen, bin also völlig uneingenommen an diesen Film rangegangen. Und: ich habe mich gut unterhalten, wenn auch dieser Film keinen Tiefgang aufweist.
Zur Handlung: Edward Norton stiehlt seinen Kumpels, die gerade in Venedig Goldbarren im Wert von 36 Millionen gestohlen haben, ihren Anteil. Auf einer Brücke kommt es zum Überfall, bei dem John Bridger (D. Sutherland), ein alter Hase im Safeknackergeschäft, erschossen wird. Die Betrogenen sinnen auf einen Coup, um die Goldbarren wieder zu bekommen.
Von bedeutender Rolle ist dabei Stella Bridger (Charlize Theron), die eigentlich nur für die Polizei Safes knackt. Als sie aber erfährt, dass ihr Vater von dem Betrüger erschossen wurde, ist sie mit dabei.
Mit hat der Film gefallen, vor allem wegen der Jokes, mit denen er sich selbst auf die Schippe nimmt. So wird angespielt auf Shawn Fanning und seine Firma Napster, mit dem Lyle (Seth Green) auf der Uni war, und der ihm angeblich die Idee zu Napster geklaut hat. Fanning spielt übrigens in einer winzigen Szene mit.
Die Story ist zwar etwas abgelutscht, wird jedoch so routiniert und schnell ins Bild gebracht, dass keine Langeweile aufkommt. Zudem sorgt Charlize Theron für etwas Sex, und wertet den Film dadurch erheblich auf. Ihr Charakter, die Tochter die aus Andenken für ihren Vater mitmacht, ist nicht überzogen gespielt, und es gibt keine pathetischen Sprüche, die ihre Teilnahme aus Rache am Tod des Vaters unterstreichen.
Das ist auch der Vorteil für die anderen Charaktere. Die Handlung wird gut aufgebaut, es gibt eine überraschende Wendung (als Steve = Norton in einem Restaurant durch Zufall dahinter kommt, das die Mitarbeiterin des Kabelservices in Wirklichkeit die Tochter seines ehemaligen Kompagnons ist), und keine Szene langweilt. Stattdessen ist die Verfolgungsjagd zwischen den Minis und den Geldtransportern so rasant aufgebaut, dass es eine Freude ist, zuzusehen.
Die Rasanz wird durch eine gute Schnittfolge und unterlegte Musik gehalten und aufgebaut. Das tut dem Film gut, und man hat nach ca. 2 Stunden nicht das Gefühl, seine Lebenszeit vergeudet zu haben.
Fazit: Gut gespielter und rasant geschnittener Film über die Beschaffung von Goldbarren aus einem Coup in Venedig. Ein cast voller spielfreudiger Schauspieler macht den rasant geschnittenen und in keiner Szene zu langen Film zu einer guten Unterhaltung ohne allzu viel Tiefgang. Sehenswert.