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Mit „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ kommt ein ganz nettes Gaunerstück nach bekanntem Strickmuster.
Altganove und Safeknacker John Bridger (Donald Sutherland) ist zwar nur auf Bewährung aus dem Knast heraus, doch das hält ihn nicht von seinem nächsten Coup ab: Zusammen mit seiner Clique aus Charlie Croker (Mark Wahlberg), Sprengstoffexperte Linkes Ohr (Mos Def), Hacker Lyle (Seth Green), Fluchtwagenfahrer Schöner Rob (Jason Statham) und Einbrecher Steve (Edward Norton) klaut er Goldbarren im Wert von 35 Millionen Dollar. Das ganze ist typischer Gaunerfilmmanier natürlich perfekt geplant und sehr charmant gemacht.
Doch Steve spielt falsch und stellt ihnen auf dem Rückweg eine Falle, wobei er John ermordet und die anderen beinahe, sie aber für tot hält. Damit wäre Altmime Sutherland schon mal ausgeschieden und ein Bösewicht gefunden, ehe der Film in einer Jahr vorwärts springt, wo Johns Tochter Stella (Charlize Theron) inzwischen ebenfalls berufsmäßig Safes öffnet – aber für die Polizei. Das anständige Töchterchen, dass mit dem Gaunerberuf seiner Erzeuger nichts zu tun haben will, ist auch eine bekannte Komponente im Gaunerfilm.

Dennoch sucht Charlie Stella auf, denn er will ihr ein Angebot. Er weiß, dass Steve in L.A. ist und die Goldbarren verhökern will. Er und der Rest der Gang wollen Steve aus Rache beklauen und bieten Stella an, bei dem Coup mitzumachen. Zwar widerstrebt es ihr, doch aufgrund der Gefühle für ihren Vater steigt Stella ein, woraufhin Charlie einen waghalsigen Plan entwickelt...
Ähnlich wie z.B. „Ocean’s Eleven“ ist „The Italian Job“ ein sympathischer Gaunerstreifen, bei dem vor allem die raffinierten Coups überzeugen. Neben Szene am Anfang ist es in erster Linie der finale Klau, der mit seiner Raffinesse überzeugt. Dazwischen wird dann noch eine Handlung gebettet, die leider ein paar Längen hat und etwas unspektakulär daherkommt. Dennoch erreicht die Spannung bei den Coups ein solides Maß und die Handlung besitzt genug Tempo um nicht zu langweilen.
Leider fehlt „The Italian Job“ der große Humoranteil, der den Charme von „Ocean’s Eleven“ ausgemacht hat. So fallen einige Szenen in der Mitte etwas träge und können bestenfalls als nett bezeichnet werden. Doch hat auch der Film in dieser Phase seine Momente, vor allem was die Charaktere angeht. Vor allem die Rückblenden sind witzig und die Szene, in der Lyle eine Anmache des Schönen Robs ’synchronisiert’ ist zum Schieflachen. Etwas plump wirken die amourösen Anbandlungen zwischen Charlie und Stella. Meistens ausgeblendet werden negative Seiten der Figuren (im Gegensatz zu anderen Gaunerfilmen wird hier ganz ausgeblendet, dass Stehlen eventuell etwas Böses sein könnte) und auch das Ende kommt etwas zu zuckersüß im Vergleich zum schlitzohrigen „Ocean’s Eleven“ daher.

Die kleinen Actionszenen des Films sind ganz nett gemacht, aber natürlich porentief rein und garantiert jugendfrei, wie es sich aber auch für einen Ganovenfilm gehört. Hier gibt es ein paar nette Stunts und atemberaubende Verfolgungsjagden zu sehen. Bei den Jagden sind es in der Auftaktszene Motorboote, im Rest des Films Minis, die wirklich furios durch die Gegend heizen. Alles in allem ist die Action dann auch für einen Gaunerstreifen spektakulär und nett anzusehen.
Mark Wahlberg und Mos Def spielen ganz OK, wirken aber neben Jason Statham und Seth Green etwas blass, die wirklich topp spielen. Donald Sutherland ist recht gut, aber nur kurz zu sehen, während Charlize Theron auch eine überzeugende Darbietung abliefert. Erstaunlich farblos und fad bleibt Edward Norton, der hier wie ein 08/15-Bösewicht rüberkommt und nicht wie der gute Schauspieler, der er eigentlich ist.

Alles in allem ist „The Italian Job“ ein nettes und unterhaltsames Ganovenstück mit Charme und spannenden Coups, doch in der Mitte zieht es sich etwas und die rosa Brille könnte der Film vielleicht auch ab und zu mal absetzen.

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