Inhalt:
Das Reich der Mitte während der Qing-Dynastie..., die Stadt FuShan, im Süden China´s gilt als die "Wiege" des WingChun-KungFu...!
Lang Chan (Melvin Wong) ist ein absoluter Meister dieser Technik, und betreibt in der Stadt eine Kampfschule.
Zu seinen Schülern zählen auch Ah Chi (Ho Kei-Cheong), sowie der dickliche Schinken-Hersteller Ah Kwei (Hon Yee-Sang). Letzterer besiegte den Leiter der Pfand-Leihe, Hua (Norman Chu), und wollte sein KungFu auch bei einem Mönch (San Sin) der Shaolin verbessern.
Doch ist nunmehr Lang Chan sein Sifu!
Lang Chan unterstützte einst Officer Tang (Alan Chan) dabei, den Verbrecher Ma Long (Lee Hoi San), der eine junge Frau vergewaltigte, festzunehmen.
Wieder aus dem Gefängnis, wird Ma Long, der unlauteren Geschäften nachgeht und der sich mit seinem Kompagnon Fei Hsiao (Fung Hak-On) regelmäßig trifft, damit die beiden sich im KungFu messen, wieder vom Officer gefangen genommen.
Ma Long erwartet ein zehnjähriger Aufenthalt im Knast...!
Doch Ma Long entweicht aus dem Gefängnis, und hat mit Fei Hsiao zusammen nur eines im Sinn: Rache an Officer Tang und Lang Chan zu nehmen!
Es kommt zu einem ersten Kampf..., doch beenden die Kämpfer des Officers diese Auseinandersetzung.
Ma und Fei lassen nicht locker..., überfallen die Kampfschule..., Ah Kwei, Ah Chi und schließlich auch Officer Tang werden von den beiden brutal getötet...!
Nur noch Hua, der Mann aus der Pfand-Leihe..., steht nunmehr Lang Chan bei.
Für einen letzten, blutigen Show-Down gegen Ma Long und Fei Hsiao..., für einen Kampf auf Leben und Tod.............
Fazit:
"Descendant of Wing Chun" gilt neben "Warriors two" (siehe mein Review auf dieser website) und "The prodigal son" ("Die Todesfaust des kleinen Drachen") als wohl bekanntester Eastern (im Old-school-Bereich), der die Kampfkunst des WingChun-KungFu thematisiert.
Im Jahre 1978 realisierte Regisseur Ha Wong (aka Huang Ha) diesen atmosphärisch dichten, in hell-klaren Bildern gehaltenen WingChun-Actioner für die Studios von "Sunrise Films" in Hongkong.
Und es entstand ein insgesamt betrachtet sehr solider, weitestgehend spannender Eastern, der von seinen Darstellern und vor allem intensiver, dynamischer KungFu-Action lebt, von seinen stark choreographierten, kernigen WingChun-Fights!
Denn so wie "Warriors two" an seiner doch arg dümmlichen Comedy krankte..., so krankt denn "Descendant of Wing Chun" an einer zum Anfang bis so zur Mitte doch ziemlich verworrenen Storyline.
Das liest sich in der oben stehenden Inhaltsangabe zwar doch recht einfach und gar dünn. Doch hat die Story Schwierigkeiten, den roten Faden zu finden..., die Regie geht die Dinge episodenartig an..., und der Betrachter muss sich da hinsichtlich der Handlungen erst mal gedanklich durchfummeln. Das hätte Ha Wong denn doch klarer gestalten müssen.
Hon Yee-Sang als dicklicher Schüler..., den Schalk im Nacken, um ihn geht es erstmal, nachdem sich Lee Hoi San und Fung Hak-On duellierten. Er kann schon KungFu..., geht dann zu einem skurrilen Mönch..., dann landet er doch beim Meister des WingChun, Melvin Wong. Der spielt denn doch die Hauptrolle..., und die Hauptsache, dass nämlich Lee und Fung sich an dieser Figur rächen wollen, kristallisiert sich denn erst dann so richtig heraus.
Das hätte man auch strikter im Handlungs-Schema in Szene setzen können.
Wie auch immer. Wegen der prominenten Star- und der atmosphärischen Dichte dieses Eastern, sieht denn der geneigte Fan des Genres darüber noch hinweg, zumal die Storyline sich denn ab der Mitte bis zum Finale denn noch so zurecht läuft.
Und man genießt denn doch noch die zackige KungFu-Action!
Die Kulissen sind einfach..., wieder einer dieser Wiesen-Eastern, doch sind die Bilder hell-freundlich, die räumlich benötigte Offenheit ist gegeben, und ein sattgrünes Umfeld bietet gerade im Finale den optisch perfekten Background.
Melvin Wong spielt hier die Hauptrolle, verkörpert den berühmten Meister des WingCun, Lang Chan (aka Leung Chang). Er tut dies absolut souverän..., mit so viel Coolness, dass es schon fast arrogant wirkt.
Doch mir gefiel diese cool-unaufgeregte Art seines Spiels, ich fand, so wurde der Meister richtig gut dargestellt. Und Melvin fightet athletisch, technisch stark..., muss auch mal zurückstecken, nimmt sich denn auch mal zurück..., seine Figur ist nicht absolut unverwundbar.
An seiner Seite Norman Chu..., dies aber erst so richtig im letzten Segment des Streifens. Zuvor ziemlich zurückhaltend..., dreht er im Finale auf!
Hon Yee-Sang, der dickliche Schüler scheint zunächst eine Hauptrolle zu spielen..., doch verliert sich sein Rollenbild im Verlaufe des Films. Er soll wohl etwas Witz in die Sache bringen..., doch ist dies nun wirklich ein eher ernst gehaltener Eastern, zum Glück.
Alan Chan spielt den Polizei-Officer in angenehmer Art, San Sin den Mönch etwas skurril-dubios, Ho Kei-Cheong agiert als etwas undurchsichtige Neben-Figur.
Mehr geben da die Villains her..., obgleich sie fast nur action-technisch gefordert sind: Lee Hoi San, mit rötlichem, fast gänzlich offenem Haar und dunkel gekleidet, und Fung Hak-On, in weiß gewandet, das schwarze Haar strenger getragen. So kontrastieren die beiden optisch. Doch sind sie beide harte, skrupel- und kompromisslose Typen..., die kongenial agieren, auch in ihren Action-Sequenzen, die sie technisch versiert meistern.
Die beiden sind alles andere als Kanonenfutter, verlangen Melvin Wong alles ab.
Ohne die beiden wär der Streifen nicht halb so gut..., sie sind schon geile Fighter.
Das bringt mich zum Wichtigsten und Besten: Zur WingChun-Action.
Wirklich schöne, dynamisch-intensive Choreographien und harte, starke Fights. Die Kamera geht exzellent mit..., und nicht weniger als 4 (VIER) Fighting-Instructors versuchten hier, visuell ansprechende KungFu-Action zu kreieren: Ha Wong, Danny Chow, Ho Kei-Cheong und San Sin.
KungFu im Stile des WingChun (ich muss ganz ehrlich sagen, auch als einer der Hunderte Eastern im Leben sah, ich kann WingChun- und HungGar-KungFu nicht auseinander halten, gehe aber mal davon aus, dass hier echtes WingChun zelebriert wurde) steht im Vordergrund, doch wird auch BoJutsu (der Kampf mit dem Stock/Speer) gekonnt dargeboten.
Die Härte und Intensität der Action steigert sich denn im Verlauf des Streifens und erreicht im Finale den Höhepunkt, so soll es ja auch sein.
"Descendant of Wing Chun" ist ein solider, guter Vertreter seines Genres.
Seine Schwäche durch die zunächst wenig strikte Handlung, gleicht dieser Eastern durch Atmosphäre, Darsteller und intensive KungFu-Action denn noch aus. 7,5/10.
"Descendant of Wing Chun" und "Warriors two" sind 2 der 3 bekanntesten WingChun-Eastern (Old-school)..., welchen Eastern ich demnächst rezensieren möchte..., da kommen Sie doch von selbst drauf.