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Durch eine Weltraumkapsel gelangt eine außerirdische Lebensform auf die Erde und lässt auf einer Insel Tiere zu Riesenmonstern mutieren, die den dort anwesenden Menschen auf die Pelle rücken.

Regisseur Ishiro Honda, der den ersten und viele weitere Godzillas auf die Menschheit losließ, legte nach seinem mittelprächtigen "Godzillas Revenge" ein Kultechsenpäuschen ein und inszenierte dieses Riesenmonsterwerk.
Wie schon in einigen Beiträgen der Godzillareihe kommt die Gefahr nicht von den Auswirkungen der Atombombe, sondern aus dem All. Eine außerirdische Lebensform, die wir lediglich als schimmerndes Licht zu sehen bekommen, klettert in eine Weltraumkapsel, die zum Jupiter geschickt wurde und fliegt zur Erde, wo sie in die dortige Fauna schlupft, diese wachsen lässt und sich dieser bemächtigt, um die Welt zu erobern. Klingt komisch, ist es auch, denn ernst nehmen kann und sollte man das Ganze nicht. Wenn man diese Regel beachtet, wartet ein großer Spaß auf einen.
Da die Monster lediglich auf einer kleinen Insel wüten, ist die Darstellerriege auf wenige Charaktere beschränkt. So gibt es neben dem heldenhaften Reporter mit einer hübschen Frau im Schlepptau noch einen Quotenbösewicht in Form eines Industriespions und einige unerwähnenswerte Nebenfiguren. Die Schauspieler liefern sehr überzeugende Leistungen ab wie ich finde und spielen sehr ernst, was bei dem ulkigen Treiben, wie zum Beispiel Fledermäuse als Monsterabwehr und manch einem unterirdischen Dialog, sicher nicht einfach gewesen ist.
Nunja, aber Monsterfilme gucken wir ja wegen der Monster und die sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Das erste Geschöpf ist ein Riesenoktopus und der schießt gleich den Vogel ab, denn allein schon das Kostüm ist zum Schreien. Das Vieh wurde wie üblich von einem "Man in suit" verkörpert, wobei dessen Beine in zwei Tentakeln stecken, auf denen er über die Insel spaziert, während die anderen Tentakel in der Weltgeschichte rumbaumeln. Auf diese Tentakelage wurde ein überdimensionaler Kopf mit aufgemalten Glupschaugen gepackt. Unfassbar und trashherzerfrischend.
Das nächste auftretende Wesen ist ein (insgesamt gibts im Film zwei) Riesenkrebs, wie man ihn bereits aus "Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer" kennt und der wesentlich glaubwürdiger, sofern man bei Riesenmonstern davon sprechen kann, daherkommt.
Dann gibts noch eine Riesenschildkröte (wollte da TOHO der Konkurrenz-Schildkröte von DAIEI Konkurrenz machen?), die ebenfalls schön umgesetzt wurde, über einen netten Kaleidoskopschnapphals verfügt und sich am Ende mit dem Krebs kloppen darf, wobei dieser Kampf recht behäbig ausgefallen ist und die Kameraeinstellungen nicht immer überzeugen.
Überzeugend dagegen ist wieder mal die Musik von Akira Ifukube, der schöne Monstermelodien komponierte, die zwar nicht die Stärke derer der Godzillafilme erreichen, aber immer noch sehr gut klingen.

Insgesamt überzeugt dieser "Kaiju Eiga" weniger durch seine ausgefeilte Story oder seine Inszenierung, sondern viel mehr durch seinen hohen Trashfaktor und wenn man keinen alternativen "Godzilla" erwartet wird man bestens unterhalten.

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