Axt und Beinbreich
Pedro Almodovars erster englischsprachiger Film ist... ein Kurzfilm! Mit Tilda Swinton! und einem bezaubernden Hund! Die beide um einen Mann trauern, der scheinbar unerwartet nicht mehr zu ihnen zurückkehren wird...
Nicht nur Menschen trauern...
Almodovar kann es auch auf englisch, er kann es auch in kurz (versuchen), er kann es eh mit der Swinton und er kann es auch sensationell mit Tieren. Das sind ein paar der Erkenntnisse, die ich aus "The Human Voice" ziehe. Und trotzdem finde ich "The Human Voice" nicht gut als dreißigminütiges Gesamtpaket. Als Cocteau-Interpretation. Als Reflektion auf Liebe, Verlassenwerden und Schmerz. Die Mode und Inneneinrichtung ist cool. Der Hund ist einer der besten Filmtiere seit langem. Aber es ist im Grunde auch nur ein elendig langer Monolog von Tilda Swinton. Ja, immerhin von Tilda Swinton. Ja, über existenzielle Themen und Ängste. Ja, gar nicht schlecht gespielt oder geschrieben. Und dennoch ließ mich "The Human Voice" unfassbar kalt und ich hatte nicht ansatzweise so viel Spaß und Eyecandy wie bei einem ausgewachsenen Almodovar. Das wirkt für mich sehr gestelzt, sehr gewollt und fast schon eher wie Staffage... so sehr es schmerzt dies zu schreiben.
Fazit: ein für mich erschreckend leerer und artifizieller und vergebener Almodovar... trotz Style, Tilda und Topdog!