Auf Grund von Vulkanaktivitäten wütet ein Meeresdinosaurier und sorgt in Japan für Angst und Schrecken und als später ein Flugsaurier aus einem versteinerten Ei entschlüpft, kommt es zum Aufeinandertreffen der beiden "Giganten der Vorzeit".
Denkt man an japanische Monsterfilme, kommen einem in erster Linie Godzilla und Kollegen in den Sinn, bei denen Männer in Gummikostümen aufeinander losgehen und Spielzeugstädte kaputt machen, wobei hauptsächlich Vergnügen im Vordergrund steht.
Bei "Giganten der Vorzeit" verhält es sich da anders, denn dieser stellt einen ernstgemeinten Horrorfilm dar, der gruseln möchte.
Bis man die Monster zu sehen bekommt, muss man eine behäbige Story über sich ergehen lassen, bei der ein Forscher die Arbeiten seines Vaters fortsetzt, welcher an das Fortleben der Dinosaurier in der Gegenwart glaubte und so kommt ihm der Bericht über den Fund eines versteinerten Eis durch eine Frau in einer unentdeckten Höhle gerade recht, so dass er sich auf die Suche nach Beweisen begibt.
In der ersten Hälfte des Film sorgt der im Meer hausende und auch an Land kriechende Plesiosaurus für ein paar Tote, aber zu Gesicht bekommt man ihn anfangs nicht, sondern sieht lediglich eine Bewegung im Wasser oder seinen Schatten und später werden immer mehr Einzelteile von ihm enthüllt durch das Zeigen seines Schwanzes, des Halses oder des Maules, wobei man auf die Komplettansicht bis zum Schluss warten muss. Besonders gelungen ist sein Erscheinungsbild jedoch nicht, da er insgesamt sehr eingeschränkt in seinen Bewegungen und die Darstellung durch (ich denke mal es ist) eine Marionette nicht wirklich überzeugend ausgefallen ist.
Ungewöhnlich für einen japanischen Monsterfilm ist, dass die Angriffe des Dinos stellenweise sehr blutig umgesetzt wurden. Mit den fürs Familienkino produzierten Godzillafilmen hat das nichts mehr gemein.
So kommt stellenweise echte Horrorfilmstimmung auf und es gibt zwei Szenen, die mir besonders gut gefallen, wozu zum einen die Szene gehört, in der eine Frau im Nebel über die Straße radelt, ein Pferd ihren Weg kreuzt, in einem Nebenweg verschwindet und von ihr ohne Kopf aufgefunden wird und zum anderen die Passage der beiden Taucherinnen, in der die eine vom Dino attackiert wird, während die andere am Tauchen ist und davon nichts mitbekommt und als sie wieder ins Boot klettert und ihre Freundin in dieses ziehen will, die Attackierte nur noch ohne Unterleib im Boot landet.
Der Auftritt des Flugsauriers lässt bis zum Ende des Films auf sich warten (er schlüpft aus dem zu Beginn gesichteten versteinerten Ei), es kommt zum Kampf mit dem Plesiosaurus und bald darauf ist der Spuk auch schon vorbei.
Der Kampf der beiden Dinos ist gar nicht mal übel. Man sieht beide in voller Größe und kann zwar erkennen, dass sie einfache Marionetten sind, aber in dem Fight ist ordentlich Bewegung drin und es gibt einen Schuss Blut in Form eines saftig ausgepickten Auges.
Die Auswahl der eingespielten Musikstücke ist, wie schon die explizite Darstellung von Wunden, für einen japanischen Monsterfilm ungewöhnlich, denn neben den stimmigen spannungssteigernden Melodien haben sich auch swingende Töne hierher verirrt, die eher in einen 70er Softporno oder italienischen Exploitioner als in einen Horrorfilm passen wollen.
Insgesamt ist "Giganten der Vorzeit" eine recht zäher Vertreter des japanischen Monsterfilms, der zwar ein paar stimmige Szenen aufzuweisen hat, aber die meiste Zeit spannungsarm vor sich hinläuft und lediglich am Ende auf die große Monsterpauke schlägt.