Inhalt:
China, wahrscheinlich zur Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644). In DaTong-County residiert die Fu Lai-Bank, eine Bank für noble Kunden.
Auf die Silbervorräte aber vor allem auf 100.000 Tael in Gold haben es diverse Banditen abgesehen.
Unter ihnen die sich als Akrobatinnen ausgebenden Lady Meng (Ivy Ling Po) und Lady Hua (Wang Ping). Ihnen schließen sich noch die Gangster Shen Meng Long (Chin Han) und Hua Die Er (Chung Wah) an.
Keiner traut dem anderen..., doch durch eine konzertierte Aktion kann das Gold tatsächlich in die Hände der 4 gelangen..., alle mit ihnen kollaborierenden Kräfte werden schon während der Aktion brutal getötet.
Nach dem Raubzug beginnt bereits der Kampf um die Verteilung. Jeder will das Gold für sich..., und Shen Meng Long und Hua Die Er müssen als erste sterben.
Da erreicht der eigentlich das Gold für die Bank bewachende Wen Li Hsien (Chan Chun) die Damen.., der entpuppt sich als knallharter Gangster.
Und schließlich taucht auch noch der bisher eher als Beobachter all dessen und bislang dezente Störenfried Teng Qi Ying (Lo Lieh) auf.
Das Töten und Sterben um das Gold..., nimmt jetzt erst richtig Fahrt auf. Ein überaus blutiger, so brutaler wie gnadenloser Kampf um die 100.000 Gold-Tael nimmt seinen Lauf.........
Fazit:
Bereits im Jahre 1971 zeigte Regisseur Chu Yuan, dass er zu richtig guten Eastern-Filmen in der Lage war.
Anfangs der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts drehten die Studios der Shaw Brothers einen WuXia-Eastern nach dem nächsten..., und erreichten ein ungeheures Produktionsvolumen. Viele dieser Streifen waren schnell und günstig produzierte Unterhaltungsfilme..., in der gepflegten Shaw-Atmosphäre..., und mit viel blutiger Swordplay-Action garniert. Und hier entstand eine kleine Perle..., ein WuXia-Hit ala Shaw Brothers.
In hell-klarer, typischer Shaw-Atmosphäre in den exklusiven Studio-Sets jenes Labels und open air in der nachgebaut-mittelalterlichen Movie-Town der Brüder Shaw..., erzählt Chu Yuan eine einfache, routiniert und flüssig-stringent umgesetzte Story um den Hunger nach Gold..., und das blutige Ringen um dieses Edelmetall, welches jeglichen Verstand und rationales Denken im Menschen auszulöschen scheint.
Hier erspart Chu Yuan dem Betrachter denn auch herzlich wenig..., jede der Protagonistinnen, jeder Protagonist in diesem Drama..., ist von der Gier nach Gold zerfressen..., kippt jede Loyalität anderen gegenüber über Bord, handelt eigennützig und skrupellos, nur den eigenen Vorteil sehend.
So gibt es denn hier keinen Helden, keine Heldin..., alle sind ausnahmslos gierig und charakterlich heruntergekommen..., asozial wenn man so will.
Das zeichnet Chu Yuan hier mit klarer, fast emotionslos wirkender Linie nach..., und man ist als Betrachter fast fassungslos..., ob solcher Egozentrik und deren eiskalt dargelegter Auslebung.
So mündet all dies denn zwangsläufig in einen sehr gedehnten, unvermeidlichen und sehr blutigen Show-Down..., in dem die handelnden Personen zwischendurch immer wieder Ränke schmieden, Bündnisse zum Schein eingehen..., und diese schnell wieder aufgeben..., um zu töten, um alles für sich zu haben, koste es was es wolle.
Dazu passt, dass selbst mit Arm ab, oder mit vom Schert durchstoßenem Leib noch weiter agiert wird..., und das Blut fließt in Strömen. Ein düsteres Drama in hellen Bildern und der luxuriösen Aura der Shaw Brothers..., die dunkelsten Seiten der menschlichen Seele aufzeigend, wo sich Habgier und Eigennutz ins Unermessliche steigert.
Bildkompositorisch ist dies zudem ansprechend gemacht, stark gewählte -mal auch ´verschwimmende´- Backgrounds, vor allem im Finale an einer Pagode..., und jeder Menge interessanter Kamera-Winkel..., was das Früh-Werk Chu Yuans denn noch weiter veredelt.
Edle Kostüme, die gediegene Ausstattung ala Shaw ist da denn noch die Sahne auf dem visuellen Kuchen dieses WuXia-Eastern.
Die DarstellerInnen sind allesamt schlecht in ihrem Charakter und ihrem (a)sozialen Verhalten.
Ivy Ling Po und Wang Ping, die beiden Damen schrecken vor nichts zurück, habgierig gehen sie über Leichen...., und die Männer werden gnadenlos eingespannt und ausgenutzt. Gefühle werden wenn, dann höchstens vorgeheuchelt.
Das erfahren denn auch die von Chin Han und Chung Wah dargestellten Figuren. Gleichwohl sie selbst vor Niedertracht strotzen, können sie da einem fast leid tun..., sie finden noch vor dem eigentlichen Show-Down ein blutiges Ende.
So wie Fan Mei Sheng, eher Gast in dieser Produktion. Chan Chun´s Rolle ist da gehaltvoller..., er ist zunächst Wachhabender in der Bank, wirkt gar seriös und recht schaffend. Aber er ist ein brutaler Gangster ohne Skrupel..., so werden denn die Damen von ihm gegeneinander ausgespielt, was selbige vorher mit ihren beiden Partnern taten!
Schließlich tritt die Randfigur in diesem Spiel ins Geschehen vollends ein, der zunächst eher nur Beobachter war: Lo Lieh. Er hat leicht den Schalk im Nacken..., lockert die Sache dadurch für den Zuschauer auf..., doch ist auch er verschlagen und skrupellos-eigennützig. Auch für ihn wird es blutig...
Immer wieder durchzieht Swordplay-Action dieses Ringen um alleinigen Reichtum. Das sind dynamisch umgesetzte, rasant choreographierte und vor allem sehr blutige Fights, das Blut spritzt durch die Gegend..., Leiber werden zerrissen und aufgespießt, Körperteile abgeschlagen..., ein harter Actioner, doch sind die Bewegungsabläufe auch stets ´elegant´ wirkend.
Der Endkampf ist sehr blutig..., treibt auch den Wahnsinn der Habgier auf die Spitze und das Ende ist düster.
Passt!
"Duel for Gold"..., ein WuXia-Eastern der Shaw Brothers, der aus dem Kanon der Massenprodukte des Studios hinsichtlich des Genres in jener Zeit doch mehr als leicht herausragt.
Lohnt sich durchaus..., dafür gibt es ausgezeichnete 8/10 Punkte in meiner Bewertung.