Inhalt:
In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts christlicher Zeitrechnung befindet sich das einst von Dschinghis Khan begründete mongolische Empire auf dem Höhepunkt seiner Macht.
Kublai Khan, der Enkel des Welteroberers, dehnt die Macht der Mongolen auf den Süden Chinas aus..., das einst dort bestehende Süd-Reich der han-chinesischen Sung-Dynastie ist vernichtet..., und die mongolische Yuan-Dynastie ist installiert, die von Badu (Beijing) aus, China beherrscht.
Die Schwertkämpfer Ma Qing Ting (Tien Feng), Xiang Du Bu (Frankie Wei aka Wai Wang) und Jin Liang (Lo Lieh)..., sie stehen einer Gruppe von Han-Chinesen in einem Scharmützel mit einer mongolischen Horde bei.
Die Chinesen werden angeführt vom jungen Paar Hao Da Hu (Chang Pei-Shan) und Hao Yu Gu (Yeung Oi-Wa).
Die 3 Kämpfer schließen sich der Gruppe auf dem Weg zum "Flying Dragon Fortress" an..., die im Laufe der Zeit zu einer wahren Festung, einem Bollwerk gegen die mongolischen Besatzer ausgebaut wird.
Ma, Xiang und Jin werden Blutsbrüder, die sich gegenseitig Treue schwören, sowie die Besatzer zu bekämpfen, und damit einhergehend eine Reinstallierung der Sung -Dynastie zu unterstützen.
In Ma erwächst die Idee, hierzu die schöne mongolische Prinzessin Shabeilan (Wang Ping), die sich in den Händen eines anderen chinesischen Rebellen befindet, Hung Ching Fu (Lee Wan-Chung), dem mongolischen Prinzen Shaluweimu (Lee Siu-Chung) zurück zu bringen.
Um sich so in die Reihen der Mongolen einzuschleusen. Hung will die Prinzessin nicht herausgeben..., es kommt zum Kampf, und die Prinzessin gelangt so gewaltsam in die Hände der 3 Blutsbrüder.
Die Prinzessin wird den Mongolen ausgehändigt..., und Ma Qing Ting tritt in die Dienste der Besatzer, wird zum Yuan-General von FengYang-City.
In dieser Position verfällt Ma immer mehr den Vorteilen der Macht..., und neigt schließlich zum Verrat..., an seinem Volk, an seinen Blutsbrüdern.
Xiang rettet derweil eine bildschöne junge Dame, Yi Xia (Ling Ling), vor Banditen.
Die beiden heiraten gar..., ziemlich überstürzt. Und Jin Liang bleibt skeptisch... und misstrauisch gegenüber Yi Xia.
Nicht ohne Grund..., denn Yi Xia, sie läuft zu Ma Qing Ting über..., geht sogar mit ihm ins Bett.
Schließlich stellt Ma Qing Ting dem ahnungslosen Xiang eine tödliche Falle...! Denn an Ma erging längst der Befehl, die Rebellen zu vernichten, und seine beiden Brüder zu töten...!
Ma will auch Jin Liang in die Hand bekommen, lässt ihn in der ganzen Provinz, die er gnadenlos ausbeutet und die Bevölkerung unterdrückt, suchen.
Doch Jin sucht selbst die Auseinandersetzung, will mit dem Verräter Ma abrechnen. Zusammen mit Hao Da Hu -Hao Yu Gu wurde von Ma´s Schergen verschleppt- stürmt er die Residenz Ma Qing Ting´s.
Hao wird getötet..., doch gelingt Jin die Flucht mit knappster Not.
Jin stählt sich, seine Hände, seinen Körper..., in mörderischster Art.
Alles für einen letzten Kampf..., im von Ma bezogenen Zeltlager kommt es zum blutigen Show-Down, zum endgültigen Duell um Leben oder Tod........
Fazit:
Ein klasse Eastern-Hit..., ein Martial-Arts-Actionknaller aus den Studios der Shaw Brothers in Hongkong.
Im Jahre 1971 drehte Regisseur Pao Hsue-Li diesen Swordplay-Eastern..., der zur Grundlage für Chang Cheh´s im Westen wesentlich bekannteren "Die Blutsbrüder des gelben Drachen" ("The Blood Brothers", siehe mein Review auf dieser website) wurde, welcher de facto ein Remake dieses hier vorliegenden Streifens darstellt.
"Oath of Death"..., ein stringent und spannend umgesetzter Eastern, mit flüssig erzählter, packender Handlung..., gediegen-dichter, typischer Shaw-Atmosphäre und kerniger, hochklassiger und blutiger Action.
Sicher kein episches Meisterwerk..., aber nahe daran, ein Eastern-Hit, ein Action-Knaller.
Mir gefiel der Streifen wirklich ausgezeichnet..., hohe Spannung, exzellente Darsteller die gekonnt performen, stark fotographierte Eastern-Atmosphäre in schön gewählten Außen-Locations unter strahlend blauem Himmel und gepflegter Shaw-Kulisse..., sowie dynamisch-intensiv choreographierte Swordplay-Action.
All das bietet "Oath of Death"..., also ein gelungener Genre-Beitrag Pao Hsue-Li´s..., der in dichter Atmosphäre eine Storyline vollgepackt mit Intrigen, Verrat, Rache und (zwischen)menschlicher Dramatik erzählt. Handlung, Darstellung und Action ergeben eine stimmige Symbiose.
Wie in "Die Blutsbrüder des gelben Drachen", der 2 Jahre später entstand.., sind es hier 3 Blutsbrüder, von denen einer von der Macht korrumpiert wird, und aus diesem Trio ausbricht. Um die anderen beiden zu liquidieren..., forciert durch eine Frau, begehrt vom Verräter, doch offiziell liiert mit dem mental schwächsten Glied des Trios.
Und diese Frau neigt zum Verrat an ihrem Mann, was in diesem sowie dem Remake-Film all dem einen Kulminationspunkt liefert..., Sex und sich hochschaukelnde Gewalt.
Denn der Dritte im Bunde..., er durchschaut schrittweise den Verrat..., die sorgfältig eingefädelte Intrige..., stellt den Verräter..., und es wird blutig.
Dies sind die Konstellationen..., da wie dort, und sowohl Pao Hsue-Lie als auch Chang Cheh holen aus diesem Stoff alles raus..., beide auf ihre Weise.
Beide Werke..., intensiv, dramatisch, spannend, wobei mir sogar dieser Eastern hier, "Oath of Death" einen Tick besser gefiel, weil noch straffer umgesetzt!
Vieles lebt von den darstellerischen Leistungen... und interessant ist der Vergleich mit dem Remake:
Tien Feng..., Villain-Ikone des Genres, er bereitet hier die Fußstapfen für Ti Lung. Er spielt die Schlüsselrolle, den Verräter, der vom Leader der 3 Helden zum Verräter wird, von Macht und Glamour im Palast geblendet und korrumpiert.
Eiskalt plant er die Liquidierung seiner einstigen Gefährten, und spannt einem davon noch die Frau aus, die aber willfährig mitmacht, da die Macht den Villain eben sexy macht.
Tien Feng spielt das mit all seiner Routine, gestählt aus ja so zahllosen Rollen aus ebenso zahllosen Eastern, auch vielen Klassikern des Genres.
Frankie Wei (aka Wai Wang), er agiert in der Rolle, die Chen Kuan Tai 2 Jahre später inne hatte. Der etwas naiv zu Werke geht, tapfer zwar..., aber das böse Spiel des Verräters nicht durchschaut. Als Ehemann zudem gehörnt..., verfällt er der für ihn falschen Frau, blindlings quasi. Und so tappt er auch in die ihm gestellte Falle. Frankie Wei spielt auch dies gekonnt-routiniert und somit überzeugend.
Die Rolle David Chiang´s im Remake..., die Performance die alles trägt... obliegt hier Lo Lieh. Er, der zunächst eher distanziert beobachtet, schnell skeptisch und misstrauisch wird..., aber erst eingreifen kann, als es letztendlich zu spät ist.
Lo Lieh, er spielt dies mit allem was er darstellerisch drauf hat..., und stählt sich vor dem Finale quälend-schweißtreibend. Eine intensive Darstellung durch Lo Lieh..., eine seiner besten Rollen, da lehne ich mich mal aus dem Fenster.
Ling Ling ist die untreue Gattin, die Dollar-Prinzessin, die sich dem Villain nur zu gerne hingibt. Ihr Rollenbild ist da etwas anders, als das der im Remake verzweifelt-unsichereren Ching Li. Zunächst unsicher wirkend, Frankie dadurch rumkriegend, dann so mehr als "Hure" kommt Ling Ling hier rüber..., forciert durch ihre sagenhafte Figur, eine rassig-vollbusige Chinesin, mit knackigem Po..., sehen wir sie in den Sex-Szenen hier in unverhüllter Schönheit. Was Mann sieht, ist echt nicht schlecht.
Chang Pei-Shan, eine nicht ganz unwichtige Neben-Figur..., sowie Yeung Oi-Wa, Lee Wan-Chung und Eastern-KultStar Bolo Yeung als mongolische Wache, runden das Ensemble neben vielen anderen Darstellern ab.
Wichtigstes im Eastern..., die Gewalt. Das sind intensiv-dynamisch choreographierte, blutige Swordplay-Fights..., gut über den Film verteilt..., "Oath of Death" ist ein Action-Knaller, geile Fights die stark für sich stehen, aber auch die Handlung voran bringen.
Das Finale Tien Feng vs Lo Lieh, zwar ein Höhepunkt, aber auch etwas übertrieben.., weniger wäre vielleicht mehr gewesen. Aber insgesamt überzeugt die kernig-blutige Action in "Oath of Death".
Ein gelungener Eastern..., ein unterhaltsamer, stringent erzählter und gut gespielter Martial-Arts-Actioner der Shaw Brothers..., lohnt sich für Fans des Genres und des Studios.
9/10.