Kein Genre wird mit dermaßen vielen und oft auch unnötigen Fortsetzungen bombardiert wie der Horrorbereich. Als lockere und augenzwinkernde Komödie konnte „The Babysitter“ von Regisseur Joseph McGinty Nichol, kurz McG 2017 durchaus überzeugen, doch drei Jahre später und mithilfe von vier Drehbuchautoren realisiert, wirkt die Fortsetzung wie ein lieblos aneinander gereihtes Best-of des Originals.
Cody (Judah Lewis) wird seit zwei Jahren von Alpträumen geplagt, nachdem er einer teuflischen Babysitterin und ihrem schwarzmagischen Gefolge entkommen konnte. Doch das Grauen findet kein Ende, wie er und seine unfreiwillige Begleiterin Phoebe (Jenna Ortega) erkennen müssen…
Nach dem obligatorischen Aufenthalt in der Schule, wo Cody bis auf wenige Ausnahmen das übliche Mobbing-Opfer verkörpert, geht es zu einer Art Felseninsel, die prinzipiell mehr Abwechslung verspricht als der begrenzte Schauplatz eines Hauses. Dieser Umstand wird allerdings kaum genutzt, der Kulisse haftet nichts markantes an und nach kurzem, halbwegs spannenden Intermezzo auf einer Yacht ist erstmal die Luft raus, - trotz des immens hohen Tempos.
Das liegt einerseits am Mangel zündender, frischer Ideen und andererseits daran, dass sich Abläufe binnen kurzer Zeit wiederholen, nur eben mit wechselnden Einzelverfolgern. Lediglich zum Showdown gibt es einen kleinen Twist. Zwar erhält das Heldenpaar einen jeweils tauglichen Hintergrund mit Trauma und bitteren Kindheitserlebnissen, doch das geht deutlich auf Kosten der Nebenfiguren, einschließlich der insgesamt sieben Gegner.
Kurze Einspieler oder ein Fight im Gewand eines Telespiels verschaffen nur bedingt Abwechslung und auch die zahlreichen Anspielungen auf popkulturelle Ergüsse ermüden irgendwann.
Die beim Vorgänger immer wieder eingeschobenen Verweise auf die 80er finden hier nur noch auf musikalischer Ebene statt, indem Songs von Foreigner, Alannah Myles oder Queen ertönen. Ein tauglicher Running Gag ist es allerdings, das fließende „Love on a real train“ von Tangerine Dream abrupt zu unterbrechen.
Auf darstellerischer Ebene setzt McG auf das bewährte Team, erweitert durch Jenna Ortega, die als Phoebe eine solide Performance hinlegt, wogegen der Einsatz von Samara Weaving als Babysitterin Bee deutlich zu kurz kommt.
Immerhin wurde noch ein wenig an der Gewaltschraube gedreht, doch einige klobige CGI wie bei einem Kehlenschnitt oder einer Enthauptung fallen negativ auf. Generell war man beim Dahinsiechen einigermaßen kreativ, so dass auch mal Teile eines Geweihs dort landen wo es wehtut. Einen gewissen Unterhaltungswert kann man der Fortsetzung ergo nicht absprechen, doch die Leichtigkeit und Unbedarftheit des Vorgängers wird bei weitem nicht erreicht.
5,5 von 10