Review

Mehr Leute, mehr Blut, mehr Hyperaktivität


Ich war vor zwei Jahren milder Fan von „The Babysitter“, einer fetzig-frechen Horrorkomödie auf Netflix, in der ein junger Jugendlicher die gruseligste und grausamste Nacht seines Lebens durchmachen muss, als seine sexy Aufpasserin samt ihrer Freunde die stille Nacht in eine enorm blutige und satanistische verwandeln. Doch er überlebte. Traumatisiert und ohne, dass ihm jemand glaubt, aber immerhin lebendig. Nun, zwei Jahre später, wird er erneut mit dem „Bösen“ konfrontiert, denn auf einem ungeplanten Ausflug mit seiner besten Freundin kehrt die teuflische „Babysitter-Gang“ blutdürstiger und rachsüchtiger denn je zurück...

„The Babysitter 2: Killer Queen“ bietet im Grunde viel bis alles, was der Vorgänger zu bieten hatte - nur nochmal mit einer bis drei Schippen oben drauf. Ok, von der bezaubernden Samara Weaving gibt’s weniger, vom Rest aber deutlich mehr. Und das reicht von simplen, technischen Dingen wie den Farben oder der Beleuchtung bis zu den Splattereinlagen, Bösewichten oder popkulturellen Anspielungen. Wem der Vorgänger als schon zu schnell und aggressiv war, der wird hier aus dem Kotzen wohl kaum noch rauskommen. Und da schon Teil 1 oft auf der Rasierklinge was Stil, Geschmack, Ertragbarkeit und Coolness tanzte, dürfte es hier gar für noch mehr Leute einfach zu viel des „Guten“ sein. Ich hatte dennoch eine gelungene Zeit über weite Strecken. Klar, einige Witze und Anspielungen sind gefühlt jetzt schon veraltet und einfach zum Kopfschütteln, die „neue Generation“ von Killern kann mit der alten nicht mithalten und einige Gags zünden nicht, wirken eher aufgewärmt und schonmal gesehen, ob jetzt im Vorgänger oder anderen Filmen. Doch spätestens wenn die alte Garde wieder antanzt, die Körpersäfte in Fontänen fließen, Robbie Amell voll aufdreht und unser Cole endlich „erwachsen“ wird, dann komme ich zum Glück nicht um ein breites Grinsen herum. Die deutlich erhöhten 80s-Vibes samt VHS-Einschüben und Tanzeinlagen heiße ich ebenfalls willkommen. Aber nochmal: ich kann vollkommen verstehen, wenn einem das flott auf die Eier(stöcke) geht und viel zu plakativ und stumpf reingehämmert scheint. Subtil ist hier nada. Fingerspitzengefühl ist ein Fremdwort für McG. Muss aber ja auch nicht immer. Kein Film/Franchise für Feingeister, sondern für Vielbiertrinker. Für Partys, Teenager und Sich-Berieseln-Lasser. Ich wäre bereit für und gespannt auf einen dritten Teil und die geplante Trilogie-Vollendung! 

Fazit: wer Teil 1 mag (und das tue ich), der kann auch mit Part II eine partylaunige, stumpfe Zeit haben. Dennoch wirkt das Ganze oft etwas überdreht, wiederholt, gewollt und nervig. Pluspunkte sammeln bei mir aber Darsteller (sowohl die jungen als auch die noch jüngeren), der wieder mal enorm saftige Blutzoll und der deutlich aufgedrehte 80er-Style. McG scheint wie geschaffen für das Netflix-Publikum... Aber ob das jetzt für irgendwen ein Kompliment ist?! Comicartig, kitschig, chaotisch. 

P.S.: Jenna Ortega ist ein absoluter Badass und ein weiteres Highlight! 

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