Zwei Jahre nach den Vorfällen aus Teil 1 dreht sich auch dieses Franchise um den jugendlichen Hauptdarsteller Cole (Judah Lewis), dem seine Erlebnisse mit dem satanischen Ritual einfach nicht geglaubt werden und der deswegen in psychiatrischer Behandlung ist, was sein ohnehin nicht sehr ausgeprägtes Selbstwertgefühl noch weiter schmälert. Während er von den anderen Mitschülern gemobbt wird, hält nur seine blonde Klassenkameradin Melanie (Emily Alyn Lind) zu ihm und spricht ihm Mut zu - doch sie ist bereits an den Muskelprotz Jimmy vergeben. Immerhin schafft es Melanie, Cole zur Teilnahme an einer großen Party an einem benachbarten See zu überreden, wo man sich dann später auf einem Hausboot im kleinen Kreis niederläßt und wieder Spielchen spielt - wer den ersten Teil gesehen hat, weiß was nun folgt: Melanie zeigt ihr wahres Gesicht, sie hat genau wie Coles früherer Babysitter Bee (Samara Weaving) einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und ist nun begierig, den jungfräulichen Cole zu opfern, wobei ihr die ganzen plötzlich auftauchenden Adepten aus dem ersten Teil zur Seite stehen. Doch so leicht macht es der in die Enge getriebene Bursche seinen blutrünstigen Verfolgern nicht, es gelingt ihm zunächst, über den See zu fliehen...
Der kommerzielle Erfolg des 2017er Babysitters zog 3 Jahre später ein Sequel nach sich, das im Grunde genau dieselbe Geschichte an einer anderen Location (einem malerischen See inmitten von Bergen) nochmals erzählt. Die Anzahl der dämlichen Sprüche wurde deutlich erhöht und mit häufigen Einspielungen bekannter Musik-Titel und Video-Clips ein hohes Tempo vorgelegt, das über weite Strecken den schon bekannten Plot zu kaschieren vermag - Spannung kommt somit zwar keine auf, das Dauerfeuerwerk an Peinlichkeiten und Verarschungen vermag aber dennoch leidlich zu unterhalten.
Hatte man im ersten Teil anfangs noch (vergeblich) auf Horror-Atmosphäre gesetzt, läßt The Killer Queen diesmal von Anfang an keinen Zweifel daran, daß es sich um eine Komödie handelt: die Eltern von Cole und Melanie, speziell deren (optisch sehr unterschiedliche) Väter und ihre gemeinsame Vorliebe für Gras, der überdrehte Schul-Psychologe und das betont ungeschickte Verhalten von "Versager" Cole geben eine eindeutige Richtung vor - und natürlich wird der junge Mann auch diesmal am Ende überleben und (in gewisser Weise) als Held (und sogar mit Freundin) dastehen, um somit die Zielgruppe der 15 bis 17-Jährigen anzusprechen.
Wie nicht anders zu erwarten, sind auch diesmal einige sauber getrickste Splatter-Einlagen vorhanden, bei denen das Blut wieder unnatürlicherweise wie aus Hydranten spritzt, die aber so kurz geschnitten und inflationär auftauchen, daß man sich ihrer, kaum gesehen, schon nicht mehr erinnert.
Teilweise gelungen immerhin das Recycling der Ritual-Teilnehmer aus dem ersten Teil, wobei die kurze Background-Story der rothaarigen (verhinderten Journalistin und Möchtegern-Nachrichtensprecherin) Allison (Bella Thorne) durch ihren völlig abgedrehten Kindergartentanten-Auftritt in Erinnerung bleibt, während das Drehbuch dem betont unfähigen Nachwuchs-Rapper John beispielsweise eine deutlich zu kindische Rolle zuteilwerden läßt. Babysitter 1 (Samara Weaving) darf am Ende auch noch einen Kurzauftritt absolvieren, dessen zeitliche Begrenztheit möglicherweise darauf zurückzuführen ist, daß man nicht zwei Blondinen gegeneinander ausspielen wollte, schließlich mußte dazwischen auch noch eine neue Protagonistin (Jenna Ortega als Coles Gefährtin wider Willen Phoebe) aufgebaut werden, die man gemeinsam mit den anderen vielleicht in einem weiteren Sequel wiedersehen wird, denn zwischen den Abspanntafeln taucht das an sich zerstörte Buch des Teufels noch einmal auf...
Insgesamt gefiel die Fortsetzung , die sich an keiner Stelle ernst nimmt, durch seine Anhäufung gezielter Geschmacklosigkeiten meist pubertärer Art besser als der Erstling, und da sich die zielgruppengerichteten Gefühls-Momente (vulgo Schleimscheiss-Szenen) auch in Grenzen halten, ist dieses Sequel, von dem allerdings kaum etwas in Erinnerung bleibt, immerhin für den einen oder anderen Lacher gut - für mehr aber auch nicht. 5 Punkte.