Knackig kurze Serie rund um Ereignisse im bayrischen Brauwesen…07.12.2020
Worum geht es?
Der fränkische Großbrauer und machtgierige Söder…äh, Verzeihung, Prank, möchte sein Gebräu im Jahre 1900 auch auf dem Oktoberfest ausschenken. Der Grund dafür liegt in seiner Vergangenheit, wurde doch der Vater bei einer Bieranlieferung ebendort zu Tode geschlagen. Prank nun nimmt sich der Sache mit allen Mitteln an. Er plant eine riesige Festhalle, eine Burg, und um diesen Traum umzusetzen, geht er auch über Leichen. Leider verliebt sich seine Tochter trotz Anstandsdame ( die auch ein eigenes Päckchen zu tragen hat ) in den Sohn einer Münchener Brauerfamilie, wird auch sogleich von diesem schwanger – und ab da folgen wir mehreren Handlungssträngen durch die sechs Teile der Serie, die gut besetzt und bis zum Schluß spannend ist.
Soll ich dafür Lebenszeit aufwenden?
Ja, auch wenn reale Ereignisse eher Randnotizen sind, obwohl mit ihnen geworben wird.
Warum?
Wenn mit meinen Rundfunk-und Fernsehbeiträgen etwas finanziert wird, dann sollte sich das auch lohnen, schließlich zahle ich Monat für Monat mein Scherflein – sogar zweimal, privat und als Unternehmer. Daher freut es mich sehr, daß man sich bei dieser bayrischen Serie wirklich Mühe gegeben hat. Das Personal ist ordentlich, Eisi Gulp lohnt sich eh immer, ein wenig Gewalt sehen wir auch, doch die echten Höhepunkte sind die Dialoge und Hinterfotzigkeiten innerhalb der Brauergesellschaft. Da gönnt man sich nix, da wirbt man Verbündete mit vermeintlich möglich werdenden hohen Posten in der Politik, das ist ganz so wie heute, ein einziges Schmieren und Verhandeln. Am Ende aber bekommt jeder sein Fett, und nicht für alle geht das Treiben gut aus. fehlen reale Bezüge, sicher ist vieles übertrieben, doch wer sich ein wenig für Bier interessiert und wissen will, warum das Oktoberfest fest in der Hand einiger Brauereien ist und bleibt, der wird hier fündig. Nett auch die Bezüge zur Künstlerszene Münchens, dem Elend der Frau und so manch anderer historischer Begebenheit – in Summe ein Genuß, auch wenn typisch deutsch schlecht abgemischt und teils nicht gut verständlich, aber dafür gibt es ja den Lautstärkeregler – 8/10.