An der Ostküste im Süden der Neuengland-Staaten lebt auf einer zu Rhode Island gehörenden kleinen Insel der Fischer Tom (Neville Archambault) mit seinem Sohn Harry (Chris Sheffield). Das eher beschauliche Leben der beiden (Harrys Schwestern sind längst fortgezogen) erfährt einen grundlegenden Wandel, als der alte Fischer, der nach dem Tod seiner Frau regelmäßig zur Flasche greift, eines Tages allein auf seinem kleinen Kahn merkwürdige Geräusche wahrnimmt - dieser titelgebende Block Island Sound, der sich wie ein tiefes Grollen anhört, kommt aus dem neuen Funkgerät, läßt sich nicht abdrehen und legt sich schließlich über das ganze Boot. Der alte Fischer weiß gar nicht, wie ihm geschieht und ist noch verstörter, als er plötzlich auf dem Bauch liegend auf Deck erwacht: um ihn herum liegen diverse Sachen aus dem Boot verstreut, die Hundeleine hängt noch an der Reling, aber der Hund ist weg. Zurück zu Hause versucht er die Dinge zu ordnen, die er da gerade erlebt hat, aber schon kurze Zeit später hört er wieder dieses merkwürdige Geräusch und steht wie angewurzelt in seiner Küche, während er aufs Meer hinaus blickt. Sohn Harry, dem dies auffällt, schiebt dies zunächst auf den Alkohol und misst dem seltsamen Verhalten keine weitere Bedeutung bei. Gleichzeitig taucht auch Schwester Audry (Michaela McManus), eine Meeresbiologin, mit ihrer kleinen Tochter auf - sie will zusammen mit einem Kollegen ein merkwürdiges Fischsterben in der Region untersuchen. Doch dann verschwindet der alte Tom nachts, offenbar ist er mit seinem Boot wieder aufs Meer gefahren, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Die alarmierte Küstenwache findet später das Boot, aber von Tom keine Spur...
Eine einsame Gegend an der Küste, seltsame Geräusche aus dem Meer und deren Wirkung auf ganz normale Menschen sind die Zutaten dieses Mystery-Thrillers, in dem die Gebrüder McManus mit geringem Budget eine Gruselatmosphäre heraufbeschwören, die den Zuseher bis zum Schluß gefangen hält - was hat es mit diesen merkwürdigen Lauten auf sich, die nur von bestimmten Leuten gehört werden? Geschickt werden dem Publikum mehrere Lösungen vorgegeben, von wissenschaftlichen Studien über elektromagnetische Phänomene in dieser Gegend (wie die besorgte Audry bei einer Ärztin erfährt) über alkoholbedingte Halluzinationen (wie die Küstenpolizei vermutet) bis hin zu Verschwörungstheorien von Menschenexperimenten durch die Regierung (wie ein Freund von Harry standhaft behauptet, nachdem er tagelang das Internet danach durchforstet hat), dazwischen wiederholen sich die Geräusche und Visionen, die mittlerweile auch von Harry Besitz ergreifen, ohne daß er sich dagegen wehren kann und ohne daß er, wie auch sein Vater, sich jemandem anvertraut. Als es dann schon zu spät ist, berichtet Harry seiner Schwester von den merkwürdigen Blackouts, von Filmrissen, die nicht der Alkohol verursacht hat und von seiner völligen Ratlosigkeit, doch zu diesem Zeitpunkt ist er längst nicht mehr Herr seiner Sinne und Taten...
Block Island Sound gehört zu jener Sorte Filme, die ihre unheilvolle Atmosphäre ganz langsam aufbauen - ein slow burner im wahrsten Sinne des Wortes. Leider stellt er die Geduld des Zuschauers damit jedoch auf eine harte Geduldsprobe, denn stets wird nur ein Teil der mysteriösen Erscheinungen gezeigt (nämlich wie das Ganze beginnt) und später dessen Folgen (verwirrte Menschen und verstreute Gegenstände) und durch die mehrfache Wiederholung entstehen in der zweiten Hälfte des Films dadurch dann auch einige Längen.
Wer nach solch langer Vorbereitung dann auf ein fulminantes Ende hofft, wird vermutlich umso bitterer enttäuscht, denn eine eigentliche Auflösung im klassischen Sinne gibt es nicht. Vermutlich die Hälfte aller Zuschauer, die der - hier wieder einmal sehr fragwürdigen - "Horror"-Empfehlung auf Netflix folgen, werden, sofern sie nicht schon vorher aufgegeben haben, die Botschaft der Regisseure (= Lösung) glatt überhören, denn diese besteht tatsächlich nur in der Wiederholung einer bereits früher im Film getätigten Aussage, bevor dann der Abspann rollt. Ein Ende, das man in einem Mystery-Flic zwar durchaus so stehen lassen kann, das aber wohl kaum befriedigt: weder den mitratenden Kriminalisten, der die spärlichen Indizien einzuordnen und zu bewerten versucht, aber noch viel weniger den durchschnittlichen Horrorfreund, der hier vergeblich auf Monster oder Blut wartet (mehr als ein paar tote Fische und eine abgestürzte Krähe gibts nicht zu sehen).
Als Auftakt zu einer Mystery-Serie wäre dies ein gelungener Pilot-Film, als eigenständiger, abgeschlossener Streifen gibt es nach über eineinhalb Stunden dräuenden Unbehagens für dieses lauwarme Ende jedoch deutlichen Punktabzug: mehr als 4 Zähler sind nicht drin, eine Zweitsichtung erübrigt sich definitiv.