Einige bedrohliche Eigenarten entstammen bei Horrorfilmen dem offenen Meer oder zumindest dem Fluss. Vom weißen Hai über Piranhas, dem Schrecken vom Amazonas, hin zur Tatsache, dass die nächste Insel kaum durch reines Schwimmen zu erreichen ist. Die Gebrüder McManus fixieren sich ebenfalls aufs Wasser, vielleicht gefiel ihnen aber auch nur die Location rund um die Insel.
Fischer Tom (Neville Archambault) erlebt eines Tages Merkwürdiges auf seinem kleinen Boot, danach leidet er unter Aussetzern und scheint schlafzuwandeln. Tochter Audry (Michaela McManus) und Sohn Harry (Chris Sheffield) sorgen sich um ihn, doch dann scheint auch etwas von Harry Besitz zu ergreifen, während an der Küste regelmäßig tote Fische und Vögel angeschwemmt werden…
Die titelgebende Insel im Staat Rhode Island ist recht idyllisch, was die Kamera ab und an mit netten Vogelperspektiven einzufangen vermag. Während anfangs lediglich einige undefinierbare Sounds auf eine Bedrohung deuten, wähnt man sich bereits im Bereich Tierhorror, wo in absehbarer Zeit so etwas wie Nessie auftauchen könnte.
Stattdessen herrscht einige Zeit Familiendrama, welches die Figuren nicht sonderlich sympathisch erscheinen lässt, ein langjähriger Geschwisterstreit und Alkoholprobleme inklusive. Ein Nerd mit kruden Verschwörungstheorien deutet recht früh darauf hin, worauf die Sache gegebenenfalls hinaus laufen könnte, denn eine Entität offenbart sich lange Zeit nicht und außer angespülten Tierkadavern ist ein veränderter Tom das einzige, was zuweilen ein wenig spooky anmutet und kurzfristig Atmosphäre schürt.
Folgerichtig gibt es kaum etwas Greifbares und erst im letzten Drittel gesellen sich ein paar simple Spezialeffekte hinzu, wonach eine Erklärung mit Interpretationsfreiraum geliefert wird, wobei ein wiederholter Dialog in eine relativ eindeutige Richtung verweist.
Lange Zeit herrscht ein Mangel an Tempo und Dynamik, auch halten sich spannende Einlagen sehr in Grenzen, während der Blutgehalt gegen Null tendiert. Mit Archambault und Sheffield kristallisieren sich zwei ordentlich performende Darsteller heraus, der Rest liefert allenfalls zweckdienliche Leistungen. Zwar treibt der Score phasenweise recht gut an, doch demgegenüber ereignet sich lange Zeit schlicht zu wenig und auch der Showdown mit der sparsamen Pointe reißt nichts mehr heraus. Handwerklich okay, erzählerisch mau.
4,5 von 10