Review
von Leimbacher-Mario
The Sick & The Scary
Nachdem Bryan Bertino mit „The Strangers“ wohl einen der modernen Home Invasion-Meilensteine überhaupt geschaffen hat, kam er an diese sehr hohe Messlatte danach nie mehr auch nur annähernd heran. Dennoch hat er natürlich genug Zeug und Talent im Petto, um ihn im Blick zu halten und weiter im Horrorzirkus zu arbeiten. „The Dark & The Wicked“ ist sein neuer Streich und geht in die übernatürliche Spät-70er-Richtung: eine zerrüttete Familie trifft sich nach langer Funkstille auf ihrer Farm, da der Vater im Sterben liegt. Doch schnell merken die beiden erwachsenen und entfremdeten Kinder, dass böse Mächte am Werk sein könnten, die die herrschende Verbitterung, Trauer und massiven Kommunikationsprobleme als Schlupfloch ausnutzen könnten...
„The Dark & The Wicked“ ist im Grunde auch ein Home Invasion-Horrorschocker - nur eben mit dämonischen und echt gruseligen Eindringlingen. Daher geht’s für Bertino hier schon irgendwie erfolgreich back to the roots. Und die brodelnde Atmosphäre, die scheinbar nicht aus dem Weg zu schaffenden Konflikte/Verständigungsprobleme und einige hintergründige Erscheinungen der dunklen Entität haben es wirklich in sich, lassen in Sachen Schocks und Spannung etliche Blockbuster wie „Conjuring“-Ableger ganz alt aussehen. Was seine Spitzen in Sachen Schrecken und Angst angeht, ist „Dark & Wicked“ weit vorne dabei. Von Jumpscares über eine unangenehme Geräuschkulisse und die fühlbar ausweglose Situation. All das meist untergründig und unplakativ genug. Alles prima und perfekte Halloweenware. Nur ganz wird man das Gefühl eben nicht los, dass am Ende doch eigentlich gar nichts erzählt wurde, es nur creepy Szenen aneinandergereiht waren und das große Ganze leer bleibt... Aber manchmal reicht das ja.
Fazit: eher eine lose Aneinanderreihung von Szenen über Trauer und Schrecken anstatt einer erwähnenswerten Geschichte - aber diese Szenenfolge macht dennoch gehörig Angst. Insgesamt jedoch etwas leer. Für den ein oder anderen Beinahe-Herzstillstand konnte die Spukshow bei mir dennoch sorgen. Aber es bleibt halt nichts. Ein Film, ganz im Jetzt.