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Das Ende naht. Dessen sind sich die Geschwister Louise und Michael Straker bewusst, als sie ihren todkranken Vater David zum wohl letzten Mal auf der elterlichen Farm im verlassenen Hinterland besuchen. Die beiden wollen ihrer psychisch labilen Mutter Virginia unter die Arme greifen. Aber schon bald nach ihrer Ankunft geschehen merkwürdige Dinge. Während die Mutter immer unberechenbarer wird, versuchen die Kinder die Nerven zu wahren. Ist es nur die erschütternde Gewissheit des Unausweichlichen oder lauert etwas unsagbar Böses in der Finsternis der Nacht?

Ist es denn möglich einen guten Film zu schaffen, bei dem praktisch bis zum Ende nichts, aber auch wirklich gar nichts aufgeklärt wird und der daher praktisch nur aus einer Abfolge von (spannenden) Szene besteht. Nach Sichtung dieses Streifens kann man das auf jeden Fall bejahen.

Was hier an Atmosphäre aufgebaut wird, schaffen andere Steifen in 90 Minuten nicht ein einziges Mal, während es THE DARK AND THE WICKED, nach den ersten etwas zähen 20 Minuten, durchgehend so hervorragend gelingt.

Wie bereits erwähnt herrscht hier ein dauerhafter Erklärungsnotstand und der Zuschauer muss sich zwangsläufig alles selbst zusammenreimen, wird aber in meinen Augen daran scheitern, da es einfach zu wenige konkrete Hinweise gibt, was auf dieser Farm eigentlich passiert.

Regisseur und Drehbuchautor Bertano macht hier so einiges gut, was er in den letzten Jahren verkackt hat. Nach STRANGERS (völlig überbewertet) und STRANGERS OPFERNACHT (völlig unterbewertet) und dem komplett dusseligen CHAPTER 1 (zu dem er aber nur das Drehbuch schrieb, blamieren durfte sich Renny Harlin da mal wieder als Regisseur), liefert er hier einen atmosphärischen Hochgenuss der Sonderklasse – da will man gar nichts erklärt haben.

Selten habe ich einen Streifen, insbesondere in den letzten Jahren, gesehen, der faktisch aus nichts soviel herausholt, denn die Geschichte ist wirklich mit der obigen Zusammenfassung faktisch auserzählt und der Film lebt nur von seiner Atmosphäre. Die ist allerdings so gut, dass man auch gar keine Erklärungen braucht. Der knackige, spooky Score tut sein übriges.

Dazu gibt es dann noch einen hervorragenden Abschluss, mit einer wirklichen Überraschung, denn diese unheimliche Macht kann unter anderem Menschen Halluzinationen vorgaukeln, was der Streifen zwar  bereits vorher nutzt - aber gegen Schluss wird es dann mal wirklich fies.

Sauspannender Streifen mit Kultfilmgefahr. Viel besser kann man Suspense nicht erzeugen, als es Bertano hier schafft. Wer hingegen eine Erklärung (und sei sie noch so doof) für alles möchte, wird hier kopfschüttelnd zurückbleiben.

8,3








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