Staffel 1 - 7,5/10
Staffel 1
Vive La France
„Emily In Paris“ handelt von einer maximal amerikanischen jungen Frau, die einen Job bei einer Pariser Marketingfirma für Luxusartikel bekommt. Und nun treffen nicht nur Welten, Stile und Vorurteile aufeinander, sondern sie lernt die „romantischste Stadt der Welt“ und ihre Menschen nach und nach kennen und... lieben?!
„Emily In Paris“ ist einer der diesjährigen Netflix-Smashhits, so eine Art „Damengambit“-Antithese und eine absolute „Love or Hate“-Serie. Warum, wieso, weshalb? Was ist gut, was ist schlecht? Was amüsant und was zum Kopfschütteln?
TRENDSETTERIN
+ tolle Bilder aus und Ecken von Paris; fast ein Liebesbrief an die Stadt
+ Lily Collins ist wundervoll, eine Entdeckung, immer charmant und süß und sexy
+ (trashig-)stylische Outfits
+ spielt in der Luxus-/Modewelt (z.B. für Parfumfans wie mich interessant)
+ messerscharfer Style, lustige Dialoge
+ leicht und locker wegzugucken
+ Emilys Chefin ist ein Hingucker und Highlight
+ skurrile, witzige Nebenfiguren
+ bezaubernder (meist französischer) Soundtrack
+ deutlich eine Fantasie, ein Märchen, eine Überhöhung
+ einige Klischees stimmen, andere werden sogar unterlaufen
+ „Fish out of Water“-Story funktioniert meist
+ ulkiger Culture Clash
+ kurze, knackige Folgen
+ fluffig-französische Popsongs
+ enorm viel Potenzial (vom Tiefergehen und etwas ernster werden bis zu anderen europäischen Städten)
+ knisternde Chemie zwischen Gabriel und Emily
+ starke Frauenfiguren
+ offener Umgang mit Sex und Liebe
+ bunte, knallige Farben
+ leicht zugänglich; ein Crowdpleaser
+ starke deutsche Synchro
+ macht gute Stimmung, lenkt ab
+ oft eine kleine Sideseeing-Tour durch Frankreichs Hauptstadt
RINGARDE
— eher oberflächlich und nahezu komplett ohne Fallhöhe
— Emily nicht immer der einfachste Charakter, kann auch ignorant wirken
— deutlich amerikanisch geprägt (selbst wenn insgesamt auch die ihr Fett gehörig wegkriegen)
— unendlich viele Klischees (manche davon sogar schlicht falsch)
— einige Witze sehr flach und cringy
— kann manchmal etwas frech, fast beleidigend für Pariser wirken
— eher eine Frauenserie
— „Sex And The City“-Handschrift unübersehbar
— nie wirklich realistisch
— Problemlösungen viel zu einfach und zu schnell
— wirklich ans Herz geht mir hier noch nichts
— simpel geschriebene „Zufälle“
— eher ein Snack für zwischendurch
— etliche (meist beabsichtigte) Mode-Fauxpas
Fazit: süß, witzig, pfiffig, voller Klischees auf allen Seiten - „Emily In Paris“ trifft gnadenlos den Zeitgeist, ist ein mögenswerter inoffizieller Nachfolger von sowas wie „Sex And The City“ und sieht einfach heiss aus. Plus Lily Collins ist porentief verliebenswert! Nicht zu ernst nehmen, ein lockerleichter Guilty Pleasure. Kurzweilige Unterhaltung - mit viel Potenzial nach oben! (7,5/10)