Review

Staffel 2 (2021)

"Emily in Paris – Staffel 1": Glamour ohne Tiefe

Emily in Paris kehrt mit der zweiten Staffel zurück und bleibt seiner Formel treu: eine Mischung aus romantischer Komödie, dramatischen Verwicklungen und einer Vielzahl von visuellen Eindrücken aus der Pariser Mode- und Kulturszene. Doch während die Serie weiterhin versucht, durch leichte Unterhaltung zu punkten, zeigen sich auch in Staffel 2 Schwächen, die die Entwicklung der Handlung und der Charaktere einschränken.

Emily Cooper (gespielt von Lily Collins) findet sich erneut in einem Netz aus komplizierten Liebesaffären, beruflichen Herausforderungen und kulturellen Missverständnissen wieder. Besonders die Dreiecksbeziehung zwischen Emily, Gabriel (Lucas Bravo) und Camille (Camille Razat) dominiert die Staffel und entwickelt sich zu einem emotionalen Kernstück. Diese Konflikte bieten zwar einige interessante Momente, doch sie wirken zunehmend konstruiert und wiederholen sich ohne signifikante Weiterentwicklung der Figuren. Statt neue Wege zu erkunden, wird Emily weiterhin als unentschlossene Protagonistin dargestellt, die oft passiv zwischen romantischen Optionen schwankt.

Ein Highlight der Staffel ist die Einführung von Alfie (Lucien Laviscount), der frischen Wind in Emilys Liebesleben bringt und die dynamische, manchmal überstilisierte Beziehung zu Gabriel auflockert. Dennoch bleibt auch hier die Tiefe der Figurenentwicklung auf der Strecke. Alfie wird in erster Linie als charmante Ablenkung von Emilys wiederkehrendem Liebesdrama präsentiert, ohne dass sein Charakter ausreichend erforscht wird.

Neben den romantischen Verstrickungen rückt auch Emilys berufliches Leben erneut in den Fokus. Hier glänzt die Serie mit ihren Darstellungen der Pariser Modewelt, spannenden Marketingkampagnen und lebendigen Einblicken in die französische Lebensart. Die Konflikte am Arbeitsplatz, insbesondere mit ihrer Chefin Sylvie (Philippine Leroy-Beaulieu), liefern einige der besten Szenen der Staffel und verleihen der Serie zumindest in beruflichen Aspekten eine gewisse Tiefe.

Trotz der charmanten Kulissen und dem visuellen Glanz verliert die Serie jedoch durch wiederholte Klischees und stereotype Darstellungen der französischen Kultur an Glaubwürdigkeit. Die Franzosen werden oft als arrogante, emotionslose oder übermäßig flirtende Figuren dargestellt, was dem Anspruch der Serie, die kulturellen Unterschiede humorvoll und gleichzeitig respektvoll zu thematisieren, entgegenwirkt.

Insgesamt bleibt die zweite Staffel von Emily in Paris ein unterhaltsamer, aber oberflächlicher Blick auf das Leben einer Amerikanerin in der französischen Hauptstadt. Die romantischen und beruflichen Komplikationen sorgen für leichtes Drama, aber der Mangel an Entwicklung und Innovation könnte auf Dauer ermüden. Die Serie bleibt ein schickes, leichtes Vergnügen, das in erster Linie durch seine Ästhetik und die funkelnden Pariser Schauplätze besticht, jedoch nicht durch tiefgründiges Storytelling oder facettenreiche Charaktere überzeugt.

Wer auf der Suche nach leichter Unterhaltung mit viel Glamour und Drama ist, wird in Staffel 2 von Emily in Paris fündig. Wer jedoch eine tiefere emotionale oder narrative Entwicklung erwartet, könnte enttäuscht werden.

6 / 10

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