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Chicago, Sechziger Jahre: Lieutenant Mike Torello, Chef des MCU, ermittelt gegen den jungen Gangster Ray Luca. Der liberale Staatsanwalt David Abrams, Sohn eines Unterweltkönigs, der mit seiner Vergangenheit abgeschlossen hat, hilft Torello bei dieser Arbeit. Trotz des harten Polizeieinsatzes baut sich Ray Luca ein riesiges Verbrechensimperium auf. Als Ray Luca seine Aktivitäten nach Las Vegas verlegt, folgt ihm Lieutenant Torello. Auch wenn Torello Ray Luca immer dicht auf den Fersen ist, er kann ihn nie endgültig stellen.

Wenn das mal kein Commitment ist. Dennis Farina, der hier die Hauptrolle des Mike Torello spielt, bereitete sich 18 Jahre lang auf seine Rolle vor und zwar sogar als ein echter Cop und sogar ebenfalls in Chicago, könnte ein Fall für die Hollywood Rekordbücher sein. Hier gibt er den aufopferungsvollen Chef der Major Crimes Unit, kurz MCU, und lernt auch gleich seinen persönlichen Nemesis Ray Luca kennen, der hier aber noch ungeschoren davonkommt, dafür aber später in der Serie noch eine zentrale Rolle spielt.
Wie so oft bei Pilotfilmen ist die Action eher dünn gesät. Dialoge stehen im Vordergrund, denn man muß ja erst einmal die ganzen Charaktere vorstellen, die nachher das Rückgrat der TV-Serie bilden und sowas kostet natürlich Screentime. Da muß sich das Tempo auf die Geiselnahme mit Autoverfolgung zu Beginn und den Heist im Kaufhaus zum Ende beschränken. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, das Langeweile vorherrscht, sondern man bietet so ziemlich exakt jenes, was man in den folgenden Episoden auch bekommt. Wer die Serie mochte, ist hier jedenfalls gut aufgehoben.
Wie immer versucht man dabei den Polizeidienst so realistisch wie möglich wiederzugeben. Manchmal sind die Methoden seitens der Cops aber doch ziemlich rüde und ich denke das man selbst in den 60ern in hohem Bogen aus dem Revier geflogen wäre, denn Verdächtige verprügeln und in der Öffentlichkeit rumballern hat noch keinem Chief gefallen. Trotzdem bleibt alles weitestgehend im serientauglichen Rahmen. Es wird zwar durchaus mehrfach gestorben (und es erwischt sogar einen von Mike´s Kollegen und auch jemand aus dem Bekanntenkreis), aber alles bleibt natürlich sauber unblutig.
Die Cop Serie vom Miami Vice Erfinder Michael Mann mag dabei zwar heutzutage ein wenig altbacken wirken, recht spannend und unterhaltsam ist sie aber allemal. Wer auf Realismus setzt und Interesse am Chicao der 60er aufbringt sollte eigentlich ruhig mal in den Piloten oder die zwei folgenden Staffeln reinschauen.
7/10

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