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Mein lieber Scholli, was war das denn? Tränen! Tränen habe ich gelacht! Das ging mitten in mein Humorzentrum. Und das Beste: Der doppelte Alfred ist nicht nur unglaublich witzig, er hat auch ein sehr großes Herz.

Im Zentrum steht der Mittfünfziger Alexandre (Denis Podalydès), dem seine Frau, eine U-Boot-Kapitänin, die Rute ins Fenster stellt. Bis sie in drei Monaten wieder zurück ist, hat er einen festen Job, oder es ist aus. Obwohl er sich um seine beiden kleinen Kinder kümmern muss, ergattert er tatsächlich eine Stelle, in einem hippen Start-Up, als... ja, das weiß man nicht so genau. Der Chef schwafelt gescheit daher & die Mitarbeiter sagen ja & amen, ohne groß was zu raffen. Dabei verheimlicht Alexandre dem Chef seine Kinder, schließlich verfolgt der eine strenge No-Child-Politik, weil er der Ansicht ist, dass die Blagen nur stören.

Daraus ergeben sich schon mal viele witzige Situationen, wenn Alexandre verzweifelt die Spuren seiner Sprösslinge verwischt oder sie spontan seinem Freund (Regisseur Bruno Podalydès) aufhalst. Weitere humorige Elemente kommen durch den satirisch überzogenen Blick auf die Arbeitswelt & die Tücken der Technik ins Spiel, etwa eine sprechende Uhr, die allgegenwärtigen Drohnen oder das autonome Fahrzeug. Das sorgt bisweilen für eine herrlich absurde Note. Und natürlich muss er sich auch noch mit seiner Kollegin Séverine (Sandrine Kiberlain) herumschlagen. Das Zusammenspiel mit ihr ist einfach wunderbar, da ergeben sich wie von selbst ganz köstliche Pointen.

Überhaupt ist der gesamte Cast top & sind die Figuren auf ihre schräge Weise liebenswert, wodurch auch die Sitzungs-Szene am Ende eine tolle Wirkung entfaltet & zu Herzen geht. Und zum Drüberstreuen hat Vanessa Paradis noch ein bezauberndes Cameo. Charmant, berührend & wahnsinnig komisch, ich liebe den doppelten Alfred. Das ist mir glatt die Höchstnote wert.

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