In einer der vielen etwas ruhigeren Szenen des Films schaut sich Scarlet Johansson MOONRAKER auf ihrem Laptop an (schließlich erscheint BLACK WIDOW einen Tag nach Kinostart bei Disney+, da kann man auch mal zeigen, dass selbst Superhelden streamen). Soll das rechtfertigen, dass der Henchman des Bösewichts dem „Beißer“ Jaws nachempfunden ist und die Pre-Title-Sequenz des Bondfilms hier für das Finale recycelt wurde? Oder kündigt dieser Metamoment nur die „Hommage“ an?
Der selbstgewählte Vergleich mit dem meistgehassten da trashigsten Bond bekommt BLACK WIDOW nicht gut. Denn der Film wäre wohl viel lieber FROM RUSSIA WITH LOVE, ein weiblicher BOURNE oder zumindest CIVIL WAR, gleitet aber nach ein paar hart inszenierten Kampf- und Fluchtszenen immer wieder in albernen Superhelden-Camp ab, mit eng sitzenden Lederanzügen, die offensichtlich in jedem Gefährt unter dem Rücksitz bereitliegen, einem mimikryfähigen Killerandroiden, einer Armee willenloser Assassininnen sowie für einen Marvelfilm überraschend mittelmäßiger Effekte. Vielleicht liegt es an der Pandemie, aber vielleicht hat sich die Superheldensache auch einfach überlebt.
Schön für Florence Pugh und Rachel Weisz, die mit sowas ihre Konten füllen dürfen, schade andererseits um so viel vergeudetes Talent.