Amüsanter, kleiner Comedy / Crime / Romance Aufguss von Golden Princess Amusement Co., Ltd. (Hong Kong), deren Produktion für solch ein anspruchslos - ungefährliches, aber dennoch auf gesellige Art unterhaltsames Beiwerk geradezu prädestiniert waren; auch wenn ein Jahr darauf nach dortig erneut massivem Ausstoß nach und nach die Lichter in den Werkshallen ausgingen. Zu den Zeiten, als Alles noch besser war und derartige Konstrukte leichter Unterhaltung als visueller Schokoladenersatz scheinbar im Minutentakt aus den Ärmeln der Filmbranche geschüttelt wurden, erregte Royal Scoundrel ebenso wenig Aufsehen wie er dies im Nachhinein wieder rückwirkend wettmachen kann; dazu versankt er trotz vieler guter Ansätze und ebensolcher Durchführung zu sehr im Sumpf des Beliebigen, des Errungenen und Akzeptierten. Ein Fluch der damals florierenden Aktivität, die geradezu Hundertschaften ähnlich gehaltener und auch noch identisch besetzt erscheinender Arbeiten [ angefangen bereits in den frühen Achtzigern von Let Us Flirt, Partner, Cop Busters, A Hearty Response etc. ] auf die noch wartende Masse los jagten, wie eineiige Zwillinge im ausverkauften Rund, dessen Unterscheidung nicht nur auf den ersten Blick schwierig bis in der prahlenden Aufschüttung fast unmöglich ist.
Die Details in dieser Akkumulation von Ab- und Ebenbildern verweisen im hiesigen casting auf die Regietätigkeit von Johnnie To, der auch für die Planung verantwortlich ist und Co - Regisseur Jonathan Chik gnädig den zweiten Credit zuschanzt. To galt bis 1993 als verlässlicher Mann für den zielsicher anvisierten Kurzweil - Blockbuster, charmant und amüsant, das seicht ergötzende commercial cinema Palaver mit viel Daseinsfreude. Eine filmische Abkehr von Gegenwartsdramatik und Präzision, in denen man scheinbar nicht viel Kraft aufwenden, sondern den Zuschauern nur ein wenig Ablenkung in die Gedanken und ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern muss. Das Drehbuch vom späteren Stephen Chow - Autoren Tsang Kan-Cheung weist dafür schon vom Start weg die geeigneten Zutaten anschaulicher und somit allgemein verständlicher Auslegungskunst auf, ein jederzeit vorstellbares und auf dem Boden gebliebenes Umfeld ohne jede Großmannssucht, in der die eingängig beliebten Darsteller getreu ihrer auch sonstigen Charakteristik gar nicht zu spielen, sondern nur sich selber wiedergeben zu scheinen. Das Milieu des kleinen Proletariers, der von oben gegängelt wird und sich lange nur hinter dem Rücken des Vorsitzenden über diesen mokieren, letztens Endes aber mit zusammengenommenen Schneid und ehrlichen Herzen über diesen triumphieren kann. Verpackt wird der Aufmunterungsspaß in der idealen Geschichte von Gut gegen Böse, in der trotz der Zugehörigkeit zur Polizei in der Uniform des einfachen Bürgers gegen Korruption, Dünkel und das Synonym des piekfeinen Anzugträgers angegangen wird. Eine Bühnenprogramm physischer und psychischer Leichtigkeit, mit der Existenz beruhigender Sicherheit:
Bei aller Liebe zu seinem Partner Chow [ Ng Man-Tat ] hat CID Ermittler "Beach Boy" [ Tony Leung Chiu-Wai ] gerade beruflich mehr Scherereien durch als Freude an Ihm. Noch schlimmer werden die Zustände, als ihr einstiger und noch gutmütig gesonnener Inspector Fatso [ Wong Tin-Lam ] die wohlverdiente Pension antritt und dem neuen Inspector Lee Nam [ Waise Lee ] den Dienstrang samt Schreibtisch freimacht. Lee, der die beiden linkischen Tagträumer eh schon auf dem Kieker hat, angelt sich Beach Boys Flirtopfer Yuk [ Jacklyn Wu ] vor dessen Nase weg, drangsaliert den gemeinsamen befreundeten Taschendieb Rusty [ Wong Yat-Fei ] und schiebt die eh schon Geprellten noch zusätzlich in eine andere Station ab. Erst als es an die Verbrecherjagd auf Lo To Keung [ Alan Chui ] und Mr. Kin [ Shing Gwan-On ] geht und Lee Nam auch zwei Sündenböcke für seine eigenen illegalen Machenschaften braucht, bringt er sie wieder zurück ins Spiel.
Die Sympathien dabei liegen trotz aller oder gerade auch wegen ihrer vorhandenen Makel und Verfehlungen auf den beiden Gendarmen, Freund und Helfer, Vertreter des gemeinen Volkes, Werber der gefühlten Minderheit, fern der Widersprüchlichkeit unseres Seins. Die Möglichkeit der erweiterten Anlage zu einem reinen buddy picture wird zwar angerissen, aber die auch altersmäßig Unterschiedlichen fast mehr als verhindertes Vater - Sohn - Gespann gesehen, dass mit wenigen Meinungsverschiedenheiten und noch weniger Streit gemeinsam gegen den gleichen Feind angeht und schon familiär füreinander einsteht. Der Agile und auch der im Zentrum des Geschehens ist dabei Beach Boy; der Alternativ- und Übersetzungstitel als Verweisung lautet nicht umsonst Son of the Beach, auch wenn die Herkunft bzw. Bedeutung dessen aus dem Kontext selber kaum ersichtlich ist. Beach Boy ist Derjenige, der zwar auch weitgehend von einem Musterpolizisten entfernt und auch nicht der Wagemutigste oder sonstwie Draufgänger ist, aber sich zumindest den Vorschriften nach bemüht und sein Möglichstes auch darüber hinaus tut, allerdings damit gestraft ist, für seinen wesentlich älteren Kollegen mitarbeiten und noch hinter dessen Schlamassel aufräumen zu müssen.
Chow [ der aus gleichfalls nicht nachvollziehbaren Gründen von den Untertiteln ständig als Mrs. Chow ausgewiesen wird, obwohl er sichtlich keine Dame und noch nicht einmal Tante Droll - mäßig angezogen ist ] ist der von einem Fettnapf in den nächsten stapfende Stellvetreter der Gesellschaft, privat mit gleich sieben Kindern und dem Tod der Ehefrau abgestraft und beruflich immer mehrere Schritte hinter dem vielleicht zu Jugendträumen mal geltenden Karriereideal hinter her. Finanziell eh schon notorisch klamm, aber trotzdem stetig auf dem drohenden Absprung noch eine Stufe tiefer die soziale Leiter hinab. Darsteller Ng, sowieso geeicht auf derlei Schussel sorgt entsprechend dessen für die lauten und die leisen Witze in einer Person, für den Slapstick des Verirrens und gegen Hindernisse Prallens gleichfalls wie für die gut gemeinten, bittersüssen, ja barmherzigen Pfuschereien. Ein hoffnungsloser Simplizissimus, dem man, auch wenn er sich noch so dämlich anstellt gar nicht [lange] böse sein kann.
Eingeflochten wird in der akquirierten Szene der Begebenheiten auch etwas zartsensible Schwärmerei bis hin zur angedeuteten Gefühlstiefe, die Träume einer besseren Zukunft, in der das hübsche Mädchen von nebenan sich auch an den begrenzten Lebensstil der unaufgeräumten Noch - Junggesellenbude gewöhnen und den Verlockungen des materiellen Nebenbuhlers widerstehen kann. In denen Freundschaft und Liebe wichtiger ist als Geld, man teilt was man hat, in guten wie in schlechten Zeiten. In denen man für den Anderen einsteht, auch wenn nicht mehr nur mit Pfeilen des Frohsinns, sondern mit Schwerkaliber geschossen wird. Getreu des Leitsatzes der wie selbstverständlichen Bagatelle wird auch die vorgebrachte Action unter Aufsicht vom eh schon als routiniert abgestempelten Yuen Bun in zwar souveräner, aber nie zu aufregender Art und Weise bereitgehalten, ja nicht zu viel Spekulatives oder anderweitig aus der Norm Hervorscheinendes. Auch hier wieder nur Indikation für doch so viel Mehr: Ein knapper Shootout innerhalb von klassisch zerrütteten Kinoruinen inmitten der Stadt als schon mustergültiger Schauplatz. Eine ebenso lakonische Autojagd gegen gleich vier verschiedene Verfolger, welche für wenige Sekunden Erinnerungen an Frankenheimer oder Friedkin aufblitzen lässt. Und eine zwar großangelegte, aber dann recht hopp erledigte Geiselnahme im Zug Richtung China.