Von der Mockbuster-Schmiede Asylum kennt man es, dass fette Hollywoodproduktionen mit einem Versatz von wenigen Monaten kopiert und unter ähnlichem Titel auf den Markt geworfen werden. Im vorliegenden Fall lag das Drehbuch von Matt Naylor jedoch gleich zwei Studios vor. Während die koreanische Version „#am Leben“ bereits viele Kritiker und Genrefans überzeugen konnte, fällt die Variante von Regisseur Johnny Martin deutlich schmaler aus.
An einem Mittag, direkt nach einem One-Night-Stand, erfährt es der allein lebende Surfer Aidan (Tyler Posey) aus dem Fernsehen: Eine Epidemie hat sich rasend schnell verbreitet und die Infizierten jagen wie Zombies hinter den Gesunden her. Über Wochen verbarrikadiert sich Aidan in seiner Wohnung und hat die Hoffnung fast schon aufgegeben, als er schräg gegenüber mit Eva (Summer Spiro) eine weitere Überlebende entdeckt…
Die Geschichte umfasst drei wesentliche Elemente und besteht von daher aus verschiedenen Schwerpunkten: Der erste Teil thematisiert die Isolation und kann als reines Kammerspiel betrachtet werden, dann gesellen sich Elemente einer Romanze hinzu, wogegen es im finalen Part vorrangig um Action und die Auseinandersetzung mit den Infizierten geht.
Leider bringt Posey nicht genügend Charisma mit, um die erste halbe Stunde ohne Längen über die Bühne zu bringen. Trotz Videotagebuch erfährt man nur vage Hintergründe, während nagende Themen wie Einsamkeit, Isolation und Lagekoller kaum in die Tiefe gehen. Mit dem Entdecken der Nachbarin (wie unaufmerksam muss jemand sein, diese erst nach über 40 Tagen zu erblicken) kommt schließlich Bewegung ins Spiel und die Idee, via Texttafeln zu kommunizieren, bringt kleine emotionale Lichtblicke mit sich.
Action ist eigentlich das Steckenpferd von Regisseur Johnny Martin, der bereits früh als Stuntman in Großproduktionen wie „Stirb Langsam 4.0“ oder „Titanic“ unterwegs war, doch hier schien ihm augenscheinlich das Budget für den großen Rumms gefehlt zu haben. Zwar sind die Konfrontationen recht temporeich in Szene gesetzt und ein wenig Blutvergießen ist ebenfalls auszumachen, doch die großen Schauwerte bleiben, trotz einiger Kletterpartien und Innenhofaction aus.
Auch hinsichtlich der Zombies, die als Variation durchaus noch einige Worte sprechen können oder über gute Kletterambitionen verfügen, wäre deutlich mehr drin gewesen. Im Pulk verhalten sie sich beinahe hyperaktiv und es ist eher einzelnen Erscheinungen zu verdanken, dass hin und wieder Erschreckmomente zu verzeichnen sind und zuweilen ein wenig Spannung aufkommt. Als dritter im Bunde mischt Urgestein Donald Sutherland für rund zehn Minuten mit, was die Angelegenheit auf darstellerischem Niveau merklich aufwertet, jedoch auch zeitgleich das Tempo drosseln lässt.
Reine Zombiefans dürften angesichts des leicht monotonen Vorlaufs nicht sonderlich angetan sein und auch danach entfaltet sich nicht die erhoffte Dynamik. In der zweiten Hälfte entwickelt sich der Stoff zwar griffiger, jedoch auch recht konventionell und überraschungsarm, wodurch er allenfalls als tauglicher Happen für Zwischendurch taugt.
Knapp
6 von 10