Wer bereits viele Zombies, Werwölfe und Vampire auf der Leinwand verfolgte, freut sich logischerweise über neue Impulse im jeweiligen Subgenre. Obgleich der Titel des deutschen Verleihs eindeutig scheint, ist bei vorliegendem Beitrag nie ganz sicher, ob es sich wirklich um Vampire handelt, denn, soviel sei verraten, gebissen wird hier niemand.
Die 17jährige Chance hat erneut Ärger in der Schule und wird von den Eltern zum Herrenhaus des Großvaters August gebracht. Gleichzeitig planen sie, den verhassten Patriarchen bei einem familiären Abendessen in großer Runde vergiften zu lassen. Hierfür wird der autistische Koch Sydney engagiert, der wiederum ganz andere Pläne verfolgt…
Anfangs ist das Treiben voll auf Chance zugeschnitten und gibt sich partiell als Coming-of-Age. Ein paar spätpubertäre Verhaltensweisen geben den Ton an, doch man ahnt früh, dass noch das eine oder andere düstere Geheimnis gelüftet werden dürfte, zumal der Betrachter lange Zeit nicht mehr als Chance weiß. Während kleine Handlungssprünge ein wenig Verwirrung stiften, gerät Chance beinahe komplett in den Hintergrund und Sydney in den Fokus der Vorbereitungen zum Dinner, während sich der Hauptteil der Geschichte ausschließlich im Herrenhaus abspielt.
Leider dominieren im Verlauf zu viele langweilige Konversationen und selbst das eine oder andere Taktieren fällt weitgehend witzlos aus. Spannung kommt bei alledem fast nie auf, lediglich im finalen Akt, als Intrigen und Verschwörungen ihren Höhepunkt erreichen und immerhin kleine Twists zu verzeichnen sind, gerät die Chose ein wenig in Schwung, denn viel Bewegung oder gar Action ist hier nicht zu verzeichnen. Auch der Blutgehalt tendiert gegen Null, wodurch die FSK16 beinahe zu hoch gegriffen erscheint.
Die Unterteilung in einzelne Kapitel bringt indes nicht wirklich etwas und auch die Verwendung flimmernder Inserts verwirrt unnötigerweise, zumal sie nicht zum ansonsten eher ruhigen Fluss passen. Zumindest sind darstellerisch keine Ausfälle zu verzeichnen, obgleich die meisten Nebenfiguren erst gar keine Charakterisierung erhalten. Auch der Score geht in Ordnung, während die wenigen FX in Form von Leuchteffekten zur Kategorie billig und zweckdienlich zählen.
Eingefleischte Horrorfans dürften trotz des scheinbar eindeutigen Titels kaum bedient werden, denn die Familienintrigen hätten auch ohne die leicht paranormalen Anleihen funktionieren können. Einige finale Enthüllungen retten noch ein wenig, doch der mit geringem Aufwand inszenierte Streifen fällt unterm Strich nicht sonderlich unterhaltsam aus.
4,5 von 10