Es mutet schon reichlich zynisch an, wenn Drehbuchautor Max Landis (Sohn von Regie-Legende John Landis) in mehreren Fällen des sexuellen Missbrauchs beschuldigt wird, während sein Skript Frauen-Power im Kontext mit sexueller Erniedrigung thematisiert. Gegen Ende schießt die feminine Propaganda von Regisseurin Roseanne Liang jedoch deutlich übers Ziel hinaus.
August 1943, Auckland, Neuseeland: An Bord eines alliierten Kriegsflugzeugs steigt in letzter Sekunde Offizierin Maude (Chloë Grace Moretz) zu, die mit der Übergabe eines ominösen Pakets einen Geheimauftrag zu erfüllen hat. Der überforderte Kapitän lässt die junge Soldatin in die enge Geschützkabine unterm Flugzeug sperren, während sie über Funk Beleidigungen ihrer vermeintlichen Kameraden erdulden muss. Doch dann schlagen hoch über den Wolken gleich zwei Bedrohungen zu: Japanische Kampfflieger und eine aggressive Gremlin-Fledermaus…
Der Einstieg in Form eines kurzen Zeichentrickfilms thematisiert die Kampfflieger im Zweiten Weltkrieg, die sich doch bitte auf ihre Einsätze konzentrieren mögen, anstatt menschliches Versagen auf Gremlins abzuwälzen. Darauf mutiert das Treiben unmittelbar zum Kammerspiel und gleichermaßen zur One-Woman-Show, denn die Kerle sind nur anfangs kurz zu sehen, danach fast nur noch über Funk zu hören. Dank Moretz funktioniert das Szenario jedoch recht gut und als dieses ausgereizt scheint, breitet sich die Action über die Räumlichkeit des Flugzeugs aus.
Was allerdings nicht sonderlich ernst genommen werden sollte, denn bei diversen Kletteraktionen würde jeder Ninja-Warrior-Profi binnen weniger Sekunden abschmieren, mal ganz abgesehen vom starken Gegenwind und einiger körperlicher Handicaps.
Die Monster sind indes recht sauber gestaltet und sorgen mit einigen garstigen Aktionen für etwas Blutvergießen, denn ganz ohne Opfer geht die Angelegenheit nicht über die Bühne. Allerdings auch nicht so blutig, dass eine FSK16 definitiv angemessen erscheint.
Was anfangs recht befremdlich rüberkommt, ist der Retro-Score, der mit seinen typischen Bässen an einen Slasher der 80er erinnert und rein gar nicht in die Zeit von WWII passen will. Im Lauf der Zeit fügt er sich jedoch recht gut in die trashige Gesamtstimmung, während ein Song von Kate Bush abschließend ebenfalls ganz gut passt.
Darstellerisch lässt sich im Grunde nur die Leistung von Chloë Grace Moretz bewerten, die eine sehr überzeugende Darbietung abliefert, nicht nur auf physischer Ebene. Fast die Hälfte des Geschehens stemmt sie locker im Alleingang und kann auf Dauer einige Facetten abrufen.
Die ordentliche Synchro sorgt darüber hinaus dafür, das die Parts des Kammerspiels überzeugen.
Nach rund 74 Minuten setzt bereits der Abspann ein, der ein wenig Archivmaterial von Heldinnen diverser Kriegstreiben fokussiert, was in seiner Form ein wenig deplatziert wirkt, zumal auch einige eher unbeholfen wirkende Damen zu sehen sind, während an anderer Stelle getanzt und Gymnastik betrieben wird.
Dennoch bereitet die Mixtur aus Kriegsaction und Monsterangriffen Laune, sie lässt zu keiner Zeit Längen aufkommen und inszenatorisch ist ebenfalls nicht viel anzukreiden.
6,5 von 10