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Morden an Halloween ist eine Tradition, die bis zu John Carpenters gleichnamigen Klassiker zurückreicht. Seither überschwemmen zahlreiche Horrorfilme zum Fest der Kürbisköpfe den Markt und einige Filmemacher feiern in diesem Kontext ihren Einstand. Wie Timothy Boyle, der auch gleich das Drehbuch verfasste und typische Mankos eines Anfängers nicht abschütteln konnte.

Journalistin Jordan recherchiert an einer komplexen Mordserie, wonach jedes Jahr an Halloween Menschen in der Nähe des Century Parks umgebracht wurden. In einigen Fällen wurde von einem Horrorclown berichtet. Zur selben Zeit versucht eine Gruppe Jugendlicher, Beweise für die Existenz jenes Clowns zu beschaffen. Sie begeben sich an Halloween in den Century Park…

Im weitesten Sinne versucht sich Boyle an einem Slasher. Er zieht seine Geschichte allerdings unnötig kompliziert auf, indem eine Rahmengeschichte mit Kindern auf einem Spielplatz eingebettet wird, um danach gleich drei Handlungsstränge zu verfolgen: Journalistin, Jugendliche und zwei Cops nebst Kameramann auf nächtlicher Streife. Dabei kristallisiert sich leider keine Identifikationsfigur heraus, was einerseits an den schwachen Mimen und der dazugehörigen, billigen Synchro liegt und andererseits daran, dass die erste halbe Stunde nicht so recht in Gang kommt. Zu lange hält man sich mit unnötig langen Figureneinführungen auf, anstatt endlich zum Morden überzugehen.

Diesbezüglich schlägt der Clown, der einigermaßen zweckdienlich geschminkt ist, immerhin einige Male blutig zu. Über Kehlenschnitt und Messer im Schädel kommt man jedoch kaum hinaus. Bei angedeuteten Foltereinlagen ist die Kamera wiederum dermaßen nah dran und von geringem Hintergrundlicht umgeben, dass außer menschlichem Gewebe alles mögliche unters Messer oder den Bohrer geraten könnte.

Einige Reime des Tunichtguts lockern die Angelegenheit hin und wieder auf und ganz selten zündet sogar etwas Situationskomik, etwa als jemand mit Pfeil im Körper gefragt wird, ob alles in Ordnung sei. Ansonsten nimmt sich der Stoff relativ ernst und versucht den geneigten Betrachter ab und an zu verwirren, da es beispielsweise nicht bei einem Horrorclown bleibt.
Ein finaler Twist kommt zwar nicht allzu überraschend, die letzten Einstellungen versöhnen allerdings ein wenig.

Zwischendurch glimmt etwas Gruselatmosphäre auf, wie auf nächtlicher, einsamer Straße oder später in den Gewölben einer ehemaligen U-Bahn-Station. Wirklich spannend gerät das Treiben hingegen nicht und auch das Mitfiebern hält sich deutlich in Grenzen. Ferner fallen die Ableben nicht allzu kreativ und schon gar nicht übermäßig explizit aus. Prinzipiell ist die Story brauchbar, die Umsetzung jedoch anfangs zu lahm, hinten heraus zu unspektakulär.
4,5 von 10

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