Hallmark ist für Weihnachtsfilme in etwa das, was SyFy und Asylum für Action und Science Fiction sind: Sie produzieren am laufenden Band und mit zumeist niedrigem Budget, doch hin und wieder finden sich unterhaltsame, angenehm anspruchslose Beiträge. Regisseur Gary Yates dreht im Grunde einen Weihnachtsfilm nach dem anderen, - vielleicht ein Grund, warum der magische Funke hier nicht so recht überspringen will.
Britewell in Ohio: Seit einem Jahr leitet Cate (Jodie Sweetin) die kleine Zuckerstangenfabrik, die sie von ihrer Oma geerbt hat, doch das Geschäft läuft nicht optimal. Der New Yorker Unternehmensberater Gabe (Andrew W. Walker) soll Abhilfe schaffen, doch wird sich Cate von der traditionsbewussten Herangehensweise abbringen lassen?...
Was erwartet man von einem funktionierenden Weihnachtsfilm? Ein wenig Kitsch darf durchaus sein, entsprechende Musik gehört ebenso dazu wie eine festlich anmutende Ausstattung, doch ganz wichtig ist eine gewisse Magie, die zauberhaften Momente, wie sie etwa „Die Muppets Weihnachtsgeschichte“ in geballter Ladung hervorbrachte. Und das fehlt hier leider gänzlich.
Von vornherein ist fraglich, wie sich eine reine Zuckerstangenfabrik über 50 Jahre halten konnte, wenn das Geschäft eigentlich nur in der Weihnachtszeit aufblüht und die Betreiber offenbar nur lokal verkaufen, aber okay. Denn der Kern dreht sich um die Frage nach Traditionsbewusstsein oder Fortschritt, wobei ersteres zur Weihnachtszeit oftmals groß geschrieben wird und nicht selten mit Nostalgie verbunden wird. Diesbezüglich gibt es immerhin zwei, drei nachvollziehbare Momente und ein jeweiliges, kurzes Schwelgen in der Vergangenheit der beiden Hauptfiguren, welche ansonsten reichlich oberflächlich bleiben.
Oder anders gesagt: Beim Subplot mit Cates Mutter und dem Hund, den Cate an Weihnachten erhalten soll, entwickelt sich eine bessere Chemie als zwischen dem eigentlichen Paar. Sie sind halt Geschäftspartner mit konträren Meinungen und Motivationen, doch Gemeinsamkeiten sind kaum auszumachen, was die sich anbahnende Romanze nicht unbedingt glaubwürdig erscheinen lässt. Ein weiterer Nebenhandlungsstrang mit einer Kollegin und einem forcierten Heiratsantrag erscheint nur wie ein belangloser Lückenfüller, dem es komplett an Witz und einer Pointe mangelt und die eigentliche Geschichte ebenfalls gelegentlich ausbremst.
Trotz, oder gerade wegen der übermäßig geschmückten Kulissen wird das Ambiente der Weihnachtszeit deutlich überstrapaziert. Überall blitzt, blinkt und glitzert es, als wären die immer wieder ins Zentrum gerückten, bunten Zuckerstangen nicht schon genug der klebrigen Zutaten. Es mag aber auch eine Eigenart der US-Amerikaner sein, Weihnachten wie Las Vegas aussehen zu lassen. Der Score ist immerhin ganz passabel abgestimmt, bekannte Weihnachtsmelodien finden sich jedoch nicht.
Die formelhafte, simple und in nahezu allen Punkten vorhersehbare Geschichte ohne echten Konflikt wäre nicht das Hauptproblem, doch es will schlicht kein Funke überspringen, die Herzwärme ist gleich Null. Die Darsteller mühen sich, handwerklich ist nichts zu bemängeln, der Geist der Weihnacht war bei dieser Produktion allerdings nicht anwesend.
3,5 von 10