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Halloween: Sechs Teinehmer einer Internet-Reality-Show, deren Host zurechtgemacht ist wie Graf Dracula (oder isses etwa der Echte?), verpflichten sich dazu, 24 Stunden in einem gruseligen Studio-Set auszuharren, während das Publikum Wetten darauf abschließt, welche Kandidaten wohl in welcher Reihenfolge den Löffel abgeben werden... und dem Sieger, der es schafft, einen ganzen Tag lang zu überleben, winken 100.000 Dollar Preisgeld als Belohnung. Zuerst ist man noch guter Dinge, doch es dauert nicht lange, bis die Bagage feststellen muss, dass in einer der Requisiten - einer kleinen Statue, die aus der Lava der Hölle geformt wurde - ein waschechter Dämon haust, der einen Anwesenden nach dem anderen blutig ins Jenseits befördert... Mit "Halloween Hell" hat sich Ed Hunt, Regisseur solcher 80s-Genre-Beiträge wie "Angst" (aka "Bloody Birthday") und "Das Gehirn", denen ja durchaus ein gewisser Kult-Appeal anhaftet, 2014 nochmal aus der Versenkung zurückgemeldet... und das 26 Jahre nach letztgenanntem Streifen und offenbar seines gesamten inszenatorischen Talents verlustig gegangen, welches ja damals wohl eher schon nur als spärlich zu bezeichnen gewesen ist. Ja ja, unverhofft kommt oft, aber hätte er's mal lieber bleiben lassen und sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht, anstatt sich nochmal so dermaßen unprovoziert selbst den *ähem* "guten" Ruf zu demontieren, ey! Schon bei der Credit-Einblendung "With Eric Roberts as Dracula" weiß man doch so ziemlich genau, woran man hier ist... und "A Movie by..." scheint dann sogar ob der billigen Optik und den miesen digitalen F/X, die einen das Ganze da mal schnell irgendwo auf Z-Grade-Niveau verorten lassen, direkt auch mal etwas hochgegriffen. Aber - oha! - der Einstieg referenziert mit einem gröberen Splatter-Set-Piece ohne großartigen Kontext den ollen Teenager-Horror à la "Night of the Demons" aus jedermanns liebster Dekade, wenn der dämonische Nupsie ohne viel Federlesen mit der ersten Fuhre Kanonenfutter kurzen Prozess macht und dabei sogar ein paar handgemachte Effekte und Make-Ups zum Einsatz kommen. Auf dem Level geht es dann allerdings leider nicht weiter, stattdessen bestimmt nur noch tödliche Langeweile das Bild, wenn die offensichtliche Laiendarsteller-Bagage in dem einzigen, auf die Schnelle zusammengepichelten Set rumlümmelt und die Zeit mit einer Runde Strip-Poker (ohne Titten!) totschlägt, ohne dass dabei sowas wie eine Handlung zustande käme. Eric Roberts hockt als einziger namhafter Akteur von Belang zurechtgemacht wie Grandpa Munster derweil woanders, betrachtet das Geschehen auf seinen Monitoren, gibt ab und zu mal 'nen Kommentar zu irgendwas ab und agiert - mal abgesehen von zwei drallen Bikini-Bräuten, klaro! - bis kurz vor Schluss mit keiner anderen Napfsülze im selben Bild. Unterbrochen wird das Debakel da nur immer wieder mal von den Auftritten des Dämons, der zumindest den blutigen Body-Count am Laufen hält, wobei man sich da teils nicht mal die Mühe gemacht hat, das Schlachtvieh zum Abmurksen über seine erste und einzige Szene hinaus großartig einzuführen... wozu auch? Auch wenn Ed Hunt jetzt kein großer Name ist, den man damals schon wirklich auf dem Schirm gehabt haben müsste und der heutzutage auch nur absoluten Horror-Nerds noch irgendwas sagen dürfte, aber so derart schäbig hat der früher echt nicht abgeliefert. Gerade der ebenfalls noch recht trashige "Das Gehirn" hat ja tatsächlich einen gewissen Charme und 'nen erheblichen Unterhaltungswert, "Halloween Hell" genügt hingegen nicht mal den allerniedrigsten Ansprüchen, die man an derartige Genre-Schlotze stellen könnte. Ein schlimmes Ding!

1/10

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