Review
von Leimbacher-Mario
Saul Shotman
Der eher nicht sehr körperlich oder hart wirkende Bob Odenkirk versucht sich als beinharter Actionstar - und es gelingt ihm auf ganzer Linie! „Nobody“ erzählt von einem auf den ersten Blick recht gewöhnlichen Ehemann und Vater, der es über Umwege mit der russischen Mafia zu tun bekommt. Doch die hätte nicht erwartet, dass dieser Durchschnittstyp eine heftige Vergangenheit, angestaute Aggressionen und einige gefährliche Eigenschaften besitzt…
„Nobody“ balanciert genau auf der Linie zwischen Exploitation und modernem Actionkino, zwischen „Kingsman“ und „Death Wish“, zwischen „John Wick“ und „Better Call Saul“. Einfach verdammt gute Unterhaltung! Nicht viel Neues. Nicht viel Substanz oder Hintergründe. Nicht viel Ernsthaftigkeit. Aber doch auf jeden Fall frisch, tief und erwachsen genug. Kein Comicfilm, auch wenn gerade das Finale ausartet. Aber fast eher „The Raid“ als „The Hitman's Bodyguard“. Das war nicht unbedingt von Odenkirk zu erwarten - aber er hat’s einfach drauf! Vom „Hardcore“-Regisseur Ilya Naishuller schon eher. Auch der hat’s drauf! „Nobody“ wird niemanden finden, der hier nicht zufrieden das Kino verlässt. Egal wie seicht und oberflächlich das im Grunde ist. Allein die Action, der groovige Soundtrack und Odenkirk mal ganz anders reißen das Brett famos an sich und begeistern. Allein die krankenhausreife Schlägerei im Bus nach knapp einer halben Stunde gehört mit zum Besten, was es im Actionkino die letzten Jahre zu sehen gab. Doc Brown mit Shotgun. Bodycount, vor dem Rambo in die Knie geht. „Nobody“ ist geil.
Fazit: eine der positivsten und spaßigsten (Action-)Überraschungen der Saison! Der Hausmann-„John Wick“!